Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

164 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 314. 315. 382, A. 1. 2.
die Retentionsbefugniß anknüpft, so war, was die Zeit der Ent-
stehung anlangt, welche für die weitere Erörterung wichtig wird,
das Retentionsrecht der Beklagten mit dem Moment begründet, wo
alle Voraussetzungen eingetreten waren. Aus dem Bisherigen erhellt,
daß dieß, da die Forderung der Beklagten an Rosmann aus früheren
Geschäften datirte und zur Zeit der Empfangnahme bereits bestand,
mit dem Momente der Fall war, wo die Güter in ihre, als der Spe-
diteure Rosmanns, factische Jnnehabung gelangten. Mit dieser Be-
gründung des Retentionsrechtes aber darf, wie auch Beklagte
in (10) der O.-A.-G., Act., S. 40
hervorheben, nicht die Geltendmachung des bereits vorher begründeten
Retentionsrechts verwechselt werden, zu welcher erst Veranlassung ge-
geben war, als von der klägerischen Seite ein demselben wider-
sprechendes Ansinnen gestellt wurde. Es kann also namentlich keinen
Zweifel leiden, daß das Retentionsrecht der Beklagten wider Ros-
mann schon bestand, bevor der letztere die Maaren den klägerischen
Mandanten zur Disposition stellte, mithin auch nicht behauptet werden,
daß die Beklagten zu spät dasselbe geltend gemacht hätten.
III. Um sich nun auf ein die Retention der Verklagten
ausschließendes Verhältniß zu stützen, haben Kläger
A. ihren Anspruch als Mandats klage bezeichnet und in-
sonderheit noch in dieser Instanz
O.-A.-Gerichts-Act. (3), S. 3 flg.
mittelst ausführlicher Deduction aufrecht zu erhalten gesucht. Das
heißt: Kläger behaupten, daß die Beklagten von ihnen den Speditions-
auftrag in der Weise erhalten, daß sie zu ihnen als Spediteure in
einem Vertragsverhältniß gestanden, mithin schuldig gewesen seien,
ihren Dispositionen, und daher auch ihrer Ordre der Auslieferung
Folge zu leisten. Indessen wird es für die rechtliche Beurtheilung
der Lage der Betheiligten, wenn man auch im Allgemeinen davon aus-
gehen kann, daß in dem zwischen Rosmann und der Firma Grüner &
Heye abgeschlossenen Distancegeschäft letztere als Absenderin-Ver-
käuferin bezeichnet werden mag, unerläßlich, zu untersuchen, in welcher
Weise dieselbe als Absenderin erscheint. Die Bedeutung des Mandats
oder vielmehr der Transportvergebung an den Spediteur kann nämlich,
gerade was die Frage betrifft, wessen Ordre der Spediteur oder
Transportunternehmer unterworfen ist, ob des Absenders oder des

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