Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

148 Bezirk de« O.-A,-Gerichts zu Lübeck. Art. 314. 315. 382, A. 1. 2.
stehenden, zwar weitverbeiteten, aber gleichwohl seiner rechtlichen Na-
tun nach singulären Rechtsmittels das bereits an den Destinatär
verlöre Eigenthum Wied er erlangt, auch gegenüber dem dritten
Besitzer jener Maare, welcher doch unbestritten des Falliten Güter
unter sich hatte, so zu stellen, als wenn dieselben nie Eigenthum des
Falliten geworden wären, vielmehr eine solche Ausdehnung des wesent-
lich auf Separation von der Fallitmasse gerichteten Verfolgungsrechts
mit dem Schutze, welchen andererseits das Hamburgische Recht an den
Besitz von Eigenthum des Falliten für dessen Creditoren geknüpft
wissen will, durchaus unvereinbar erscheint;
da ferner auch die Frage, ob das Eigenthum an der Maare be-
reits auf Rosmann übergegangen war, als die Beklagten ein Reten-
tionsrecht an derselben geltend machten, sowohl nach den Bestimmun-
gen der Schlußnote — Handelsgerichtl. Acten, Nr. 24 — und der
eigenen klägerischen Interpretation derselben in dem Schreiben der
Kläger vom 11. Octbr. - Handelsgerichtl. Acten, Nr. 18 — wie
nach den in dem oberappellationsgerichtlichen Erkenntnisse vom
21. April 1849 in Sachen Braßelmann c. Faber entwickelten Grund-
sätzen — vgl. neues Archiv für das Handelsrecht, Bd. III, S. 329
stg. — bejaht werden muß, indem nicht nur die Beklagten von Ros-
mann in dessen Schreiben vom 22. Septbr. — Handelsgerichtl.
Acten, Nr. 37 — einen besonderen Auftrag, die ihnen von den
Klägern zukommenden 77 Ballen Baumwolle für ihn in Empfang
zu nehmen, erhalten hatten, sondern auch- ausweise des Eingangs
der Klage — die Kläger von Rosmann speciell angewiesen worden
waren, die ihm verkauften 77 Ballen Baumwolle behufs Beförde-
rung an ihn, an die Beklagten zu verladen, so daß also, da unbestrit-
ten die fragliche Baumwolle dem Rosmann auf Credit verkauft war,
der Besitzerwerb durch die Beklagten auch einen Erwerb des Eigen-
thums für Rosmann (falls solcher nicht bereits früher erfolgt war)
auf Grund des bei beiden Contrahenten anzunehmenden Consenses,
daß die Uebergabe der Maare an die Beklagten eine Tradition an
Rosmann zur Uebertragung des Eigenthums sein solle, zur Folge
haben mußte, auch diese Wirkung des gegenseitig erklärten Consenses
nicht etwa durch die Erklärungen des Rosmann in dessen Schreiben
vom 8. Octbr. und resp. Telegramm vom 10. Octbr. ausgeschlossen
werden konnte, weil weder erhellt noch auch behauptet ist, daß diese

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