Full text: Volume (Bd. 8 (1866))

Kann die Klage auf Zahlung des Kaufpreises für gelieferte Maaren rc. 489
native*). Daß aber in allen Fällen, wo dem Kläger alternative
Klagen zu Gebote stehen, derselbe auch die Wahl haben muß, von
seinem Rechte in der Weise Gebrauch zu machen, daß er eine Klage
unbedingt geltend macht, die andere dagegen nur eventuell erhebt,
kann keinem Zweifel unterworfen sein **). Dieß kann gerade dann
am wenigsten einem Bedenken unterliegen, wenn eben die factischen
Grundlagen für beide Klagen sich als vollständig identisch er-
weisen.***)
Der eventuelle Gebrauch aber zweier alternativer, wenn auch
an sich nur electiv zulässigen, objectiv einander ausschließenden Klagen
erscheint, da sowohl die Behandlung der eventuell angestellten Klagen
ganz dieselbe ist, wie die von alternativ benutzten, als auch bei der
rein alternativen Cumulation das endliche Resultat der Proceß-
führung nothwendig das gleiche sein muß, wenn nicht durchaus
identisch mit der Erhebung von alternativen Klagen in ganz unbe-
dingter Weise, so doch jedenfalls nur als eine beschränktere Be-
nutzung des dem Kläger zustehenden Rechts, die ihm zu untersagen
sich weder durch einen Rechts-, noch durch einen Zweckmäßigkeitsgrund
rechtfertigen ließe.
Daß aber die processualische Behandlung von eventuellen Klagen
die gleiche wie die von unbedingt alternativ angestellten sein muß,
folgt aus der Eventualmaxime, welche Allem und Jedem, was von
den Parteien zu gleicher Zeit vorgebracht worden, im Bestreitungs-
falle ganz dieselbe richterliche Beachtung und Würdigung angedeihen
läßt, einerlei, ob das betreffende Vorbringen in vorderster oder in
hinterster kinie steht. Und daß das schließliche Resultat des Rechts-
streites für alternative wie für eventuelle Klagen das gleiche sein
muß, folgt daraus, daß, wo das die factische Grundlage bildende
thatsächliche Verhältniß zwar verschiedene Klagen erzeugen kann,
aber doch nur Klagen, welche sämmtlich nur einen Anspruch auf

*) Brackenhöft a. a. O., S. 429.
**) Brackenhöft a. a. O., S.426.
***) Dieß ist Lei der in Rede stehenden Frage der Fall. Für den Anspruch
auf Kaufpreis oder ein diesem gleichstehendes Aequivalent bedarf es von Seiten
des soilioot Verkäufers nur des Nachweises des dare seinerseits. Vgl. Wetzell
a. a. £)., S. 784.

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