Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 8 (1866))

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Abhandlungen.

reproduciren müssen, wie die Formen eines Petschafts in seinen Ab-
drücken, mag man es nun trocken oder naß, in Wachs oder Blei oder
Siegellack abdrücken.
„Der Bürge nimmt die Schuld eines Anderen auf sich, und
schuldet ebendeßhalb in Wahrheit nur die Schuld dieses Anderen.
War diese Schuld eine Handelsschuld so kann er als Bürge nichts
anderes schulden, als diese Handelsschuld.*)

Nachtrag.
Neuerdings sind noch zwei Erkenntnisse über die handelsrecht-
liche Natur der Bürgschaft publicirt:
1. Ein Erkenntniß des Appell.-Ger.-Hofs zu Köln vom
20. Octbr. 1865 (Rhein. Archiv, Bd. 59, Abth. 1, S. 169 undCentr.-
Org., N. F., Bd. II, S. 190), welches an der früheren Ansicht
(Oben S. 426 unter Nr. 2) festhält in Erwägung:
a) „daß eine Bürgschaft, welche nicht an und für sich selbst zu
den Handelsgeschäften gehört, dadurch, daß sie zur Sicher-
heit einer Handelsschuld bestellt wird, nicht zum Handelsge-
schäft auf Seiten des Bürgen wird, da das Rechtsgeschäft,
welches der Hauptschuldner geschlossen hat, ein anderes
ist, als das Rechtsgeschäft der Verbürgung, und beide
Rechtsgeschäfte nach ihrem durch den Zweck bestimmten
inneren Charakter verschieden sind;
d) daß diese Auffassung auch in dem Art. 281 des H.-G.-B.
eine Bestätigung findet, indem hier der Fall, wenn die ver-
bürgte Schuld aus einem Handelsgeschäft auf Seiten des
Hauptschuldners hervorgeht, neben dem Falle, wenn
die Bürgschaft selbst ein Handelsgeschäft ist, aufgeführt
wird: was nicht hätte geschehen können, wenn nach dem
System des Gesetzes auch im ersten Falle die Bürgschaft
selbst ein Handelsgeschäft wäre."
2. Ein Erkenntniß des Obertribunals zu Berlin vom
15. Juli 1865, (Centr.-Org., N. F., Bd. H, S. 196), welches die

*) Busch, Archiv, Bd. V, S. Ml

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