Full text: Volume (Bd. 8 (1866))

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Abhandlungen.

Der Kostenpreis ist mithin unter
Hinzurechnung des Kapitals von 11,000 Thlr.
11,237 Thlr. 15 Sgr. - Pf."
Das Haus nebst Grund und Boden stellt ihm diesen Werth
dar und muß diesen Werth haben, wenn das Bauunternehmen nicht
ein verfehltes war; wie denn auch unter gewöhnlichen Verhältnissen
eine Taxe des vollendeten Ganzen nach gemeinem Werth den Kosten-
preis erreichen, ja übersteigen wird.
Es ergibt sich hieraus, daß die gezahlten Zinsen nicht als unter-
gegangen in das Verlustkonto zu schreiben sind, daß vielmehr durch
die Vollendung des Unternehmens Kapital und Arbeit bereits werth-
erzeugend waren.
War ein anderer Bauunternehmer in der günstigeren Lage, unter
sonst gleichen Verhältnissen ein Haus zu bauen, zu dem ihm ein wohl-
thätiger Sonderling die erforderlichen Kapitalien bis zur Vollen-
dung des Baues zinsfrei hergab; so stellt sich allerdings der Kosten-
preis um 237 Thlr. 15 Sgr. niedriger; die Werthe beider Häuser
sind aber dieselben. Das Ergebniß davon ist, daß dieses bereits von
550 Thlr. Miethszins ab zum Ueberschuß gelangt, jenes dagegen erst
von etwa 562 Thlr. ab.
Dehnt man die vorgedachten Beispiele auf Aktiengesellschaften
aus und nimmt zwei gleichartige Unternehmungen an, von denen in
den Statuten der einen ein Zinsversprechen nach Art. 217, Abs. 2
des H.-G.-B. enthalten ist, während in denen der anderen ein solches
fehlt; so braucht jene ein größeres Kapital als die letztere und zwar
(wenn man von interimistischen Kapitalsanlagen absieht) ein um den
Betrag der zu zahlenden Zinsen höheres. Der Besitz ist bei beiden
Aktiengesellschaften derselbe, doch haben die Aktien der letzteren, gerin-
ger an Zahl, höheren Werth, weil sie den durch die Vollendung des
Ganzen erzielten Werth nicht in Zinsenform herausgenommen, son-
dern als gemeinschaftliches Kapitalsvermögen belassen haben.
Ist sonach ein das Kapital repräsentirender Werth vorhanden,
so liegt keine theilweise Rückzahlung des Kapitals vor, vielmehr ist
die Sache dahin aufzufassen, daß bei Gründung der Gesellschaft die
Werthserzeugung durch die Vollendung des Unternehmens, im Voraus
veranschlagt und soweit als reichend den Aktionären als sogenannte
Zinsen gewährt worden.

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