Full text: Volume (Bd. 8 (1866))

340 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

die immer als Ausnahme von der Regel zu betrachtende Zulassung
zu eidlicher Justification keine Anwendung finden, wenn die beson-
deren Umstände des einzelnen Falles zu Bedenken Anlaß geben, sei
es, daß Zweifel an der Richtigkeit der ausgestellten Rechnung und an
der Gewissenhaftigkeit des Ausstellers obwalten, oder die Unthun-
lichkeit anderweiten Beweises dem Commissionär selbst zum Vorwurf
gereicht. — (Auges. Samml. der Entscheidungen des Ober-App.-
Gerichts zu Lübeck, Heft II, Nr. 20, S. 286.)
23.
Zu Art. 367 u. 380.
Haftungspflicht des Commissionärs und Spediteurs
für Beschädigung des Gutes bei eintretender
Wassersnoth.
Die Fabrikanten Gebr. Lux in Ruhla klagten gegen den Kauf-
mann Philipp Förster in Frankfurt a. M., derselbe habe ihnen die wäh-
rend der Messe nicht verkauften Maaren bis zur nächsten Messe auf-
bewahrt und bei der Uebernahme der betreffenden Gegenstände, welche
nicht die geringste Feuchtigkeit vertragen könnten, ausdrücklich garantirt,
daß sein Gewölbe sehr trocken und obgleich dasselbe nicht weit vom
Main gelegen sei, Gefahr vor Nässe bei ihm nicht drohe. Im Februar
sei indessen in Folge eingetretener Ueberschwemmung der größte Theil
der Maaren verdorben, für welchen Schaden der Beklagte um so
mehr hafte, als er, der die etwa nöthig werdende Räumung des Ge-
wölbes ausdrücklich zugesagt, solche aus großer Sorglosigkeit recht-
zeitig vorzuuehmen unterlassen habe.
Der Beklagte entgegnete, daß ihn keine Schuld treffe, da noto-
rischer Maßen das Hochwasser sehr schnell und Jedermann unerwartet
gekommen sei, so daß auch solche Personen, die alljährlich bei drohen-
dem Hochwasser zu räumen pflegten, davon überrascht worden seien,
daß also für ihn, dessen Gewölbe so hoch läge, daß es seit dem
Jahre 1845 nicht von dem Wasser erreicht worden sei, gar keine Ver-
anlassung zu räumen Vorgelegen, daß die große Menge der Maaren
in dem Gewölbe eine rasche Räumung nicht möglich gemacht, daß
aber endlich die Kläger insofern selbst die Schuld trügen, daß der
Schaden, der sie betroffen, sich so hoch belaufe, indem dieselben,
nachdem er ihnen die Anzeige von dem Unfälle gemacht, keine Für-

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