Full text: Volume (Bd. 8 (1866))

318 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

Windscheid, Pand., I, S. 212.
da im Gegentheil Kläger ausdrücklich erklärt, daß e r nichts mehr mit
dem Beklagten zu thun haben wollte, was nach dem ganzen Zusam-
menhang seines Vorbringens nicht anders verstanden werden kann,
als daß er seinerseits nichts dazu thun wolle, daß die fragliche Be-
dingung eintrete, vielmehr den Eintritt geflissentlich vereiteln werde,
so bedarf es keiner weiteren Erörterung, in welcher Weise Kläger
verpflichtet gewesen wäre, seinerseits, den Eintritt der fraglichen Be-
dingung zu ermöglichen, da nunmehr die Bedingung als deficirt
gelten muß und dem Kläger für den Fall, daß Beklagter die von ihm
aufgestellten Behauptungen zu erweisen vermöchte, von dem ursprüng-
lichen Kaufverträge abzugehen nicht gestattet werden könnte.
Windscheid a. a. O., I, S. 211; II, S.210.
«»Auf sein etwaiges Recht auf Aushebung des abgeschlossenen
Kaufvertrags zu klagen, kann Kläger sowohl wegen der eingetretenen
Verjährung als auch darum nicht mehr zurückkommen, weil in Folge
des dazwischen liegenden eine Novation involvirenden paetum ein
Verzicht auf alle aus dem Kaufvertrag dem Kläger ursprünglich zu-
stehenden, weiter wie die aus dem nachträglich abgeschlossenen paetum
gehenden Rechte nothwendiger Weise unterstellt werden muß.
Es kann aber hiernach kein Zweifel obwalten, daß wie einerseits
für den Fall, daß Kläger den Abschluß des von ihm behaupteten
paetum zu erweisen vermöchte, der Beklagte den empfangenen Kauf-
preis, den er 8ine eausa besitzen würde, nebst Zinsen herauszuzahlen
verpflichtet wäre, so auch andererseits für den Fall, daß Beklagter
den von ihm behaupteten Inhalt des paetum Nachweisen könnte, der
letztere auch berechtigt sein muß, gegen Rücklieferung der Pferde nicht
nur den bereits empfangenen Kaufpreis zu behalten, sondern auch
den noch nicht erhaltenen Theil desselben von dein Kläger gezahlt zu
verlangen. Wäre aber von den beiden Pferden das eine in der
Zwischenzeit gefallen, so ist ebenso gewiß, daß nach dem Grundsätze
oasum sentit ckominu8 nicht der Beklagte, sondern der Kläger diesen
Verlust zu tragen haben würde.

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