Full text: Volume (Bd. 8 (1866))

6 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.
Agenten besondere Bestimmungen zu treffen; sie hätten bereits einen
großen Einfluß im Handelsverkehre erlangt; unter die bisher auf-
gestellten Begriffe (der Handlungsbevollmächtigten rc.) könnten sie
aber ohne Mißstände nicht gebracht werden; sie seien nur einfache
Mandatare, die ausschließlich für Handelsgeschäfte Aufträge an-
nähmen. Bei der großen Verschiedenheit der Umstände, unter denen
die Agenten aufträten, sei es jedoch unthunlich, für ihre Vollmacht
eine Präsumtion aufzustellen, wie für die der Handlungsgehilfen.
Die Bestimmungen müßten so dehnbar sein, daß sie auf möglichst
viele Personen paßten, da das Institut der Agenten noch neu und in
rascher Fortbildung begriffen sei. Ein wesentlicher Unterschied
zwischen ihnen und den Handlungsbevollmächtigten bestehe darin,
daß sie in der Regel befugt seien, für sich oder Dritte noch neben ihrer
Agentur Geschäfte zu machen, Handlungsbevollmächtigte aber nicht.
Hiergegen wurde eingewendet: Der Antrag betone nicht
scharf genug, worauf es hier ankomme, nämlichinwieweit ein
Agent den Auftraggeber verpflichte und inwiefern sich derselbe von
dem Handlungsreisenden unterscheide, mit welchem er seinem
äußeren Auftreten nach große Aehnlichkeit habe; während dem
Handlungsreisenden in der Regel Vollmacht für einen bestimmten
Kreis von Geschäften ertheilt werde, erhalte der Agent ge-
wöhnlich nur Aufträge für einzelne Geschäfte; der Handlungs-
reisende verpflichte seinen Principal durch alle Geschäfte, welche er
innerhalb des ihm übertragenen Geschäftskreises vorgenommen
habe, wenn er auch im einzelnen Falle gegen den Willen des
Principals gehandelt haben sollte, der Agent aber nur, wenn und
soweit der in jedem einzelnen Falle der ihm ertheilten Instruction
gemäß gehandelt habe; äußerlich zeige sich dieses darin, daß der
Handlungsreisende in einem Dienstverhältnisse zum Auftraggeber
stehe, der Agent nicht. Von dieser Seite wurde deshalb beantragt,
Art. 50, Abs. 2 folgende Fassung zu geben:
„Dieß gilt namentlich von Cassirern und Handlungs-
reisenden. Innerhalb des ihnen übertragenen Geschäfts-
faches verpflichten sie den Principal gegen Dritte auch bei
Überschreitung ihrer jeweiligen Instructionen, wenn nicht
bewiesen wird, daß diese dem Dritten bekannt waren.
Handelsagenten, welche zum Principal nicht in dem

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