Full text: Volume (Bd. 8 (1866))

160 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.
Umtausch aufgewendeten Spesen — beim großen Senate des königl.
Obergerichts zu Hannover gegen die Firma M. C. St. mit einer
Klage hervor und beantragte, die Beklagte zu verurtheilen:
principaliter, daß sie ihr entweder die fraglichen 10 Obli-
gationen oder die ihr dafür ausgehändigten neuen Obli-
gationen nebst Coupons herausgebe und die Proceßkosten
erstatte —
eventuell, daß sie über den Verbleib derselben, über dasjenige,
was sie mit denselben vorgenommen, Auskunft ertheile, auch
die ihr bezüglich derselben zustehenden Rechte cedire, und
die Proceßkosten ersetze.
Der Klageanspruch ward auf ein doppeltes Fundament gestützt:
einmal auf das Eigenthum bez. den früheren — näher sub-
stantiirten — Usucapiosbesitz der Klägerin E. und die Behauptung,
daß Beklagte zur Zeit jene Werthpapiere besitze oder sich des Besitzes
derselben mit dem Bewußtsein — daß dieselben nicht der Firma
P. C. St. gehörten — rechtswidrig entäußert habe —
sodann auf ein Mandat des Ehemannes der Klägerin E. —
als deren Geschäftsführers — an die Firma P. C. St. zum Um-
tausche der fraglichen Werthpapiere, bez. ein gleiches Mandat der
gedachten Firma an die Beklagte nebst Session der Rechte jener Firma
aus dem Mandate an die Klägerin E.
Die Vertheidigung der Beklagten auf die dingliche Klage hat
hier kein Interesse. Bezüglich der persönlichen Klage hat die Be-
klagte die Klagethatsachen zugestanden, dagegen die rechtliche Begrün-
dung bestritten, weil die Firma P. C. St. bei ihrem Aufträge an
die Beklagte sich nicht als Mandatarin der Ehefrau des Amtsrichters
E. zu erkennen gegeben habe, und folgende Einreden geltend gemacht:
Sie habe gegen die Firma P. C. St. folgende, von ihr im Con-
curse angemeldete, Gegenforderungen:
1. eine Contocurrenten-Forderung von 1100 Thlr. aus Ban-
quiergeschäften;
2. Ansprüche auf 900 Thlr. und 350 Thlr. aus dem zwischen
ihr als Hauptcollecteur und der Firma P. C. St. bestandenen Sub-
collecteurverhältnisse —
und gebühre ihr deßhalb an den alten und eventuell neuen frag-
lichen Werthpapieren nach Art. 306. 307. 374 des Handelsgesetz-

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