Full text: Volume (Bd. 8 (1866))

134 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

Strecke zwischen dem Bahnhofe und der Kuhn'scheu Fabrik,
untergegangen, z u g e st e h e n.
Es ist daher unter den Parteien als nicht streitig, demnach als
rechtlich feststehend anzunehmen,
a) daß der gedachte Ballon von den Beklagten mit dem Fracht-
briefe zum Transporte von dem Bahnhöfe Glauchau nach der Kuhu-
schen Fabrik übernommen worden,
b) während dieses Transportes untergegangen und
e) daß derselbe den geforderten Werth gehabt habe.
Nur die Verbindlichkeit zum Ersätze bestreiten die Beklagten.
Es ist demnach zu untersuchen:
I.
welchen Einfluß auf die Beurtheilung der Rechtsfrage die von den
Beklagten in Abrede gestellten Klagebehauptungen zu äußern ver-
mögen und
II.
welches Gewicht den von Letzteren vorgeschützten Einreden beizu-
legen sei.
Die Beklagten berufen sich nämlich zur Abwendung der ihnen
angesonnenen Verpflichtung zum Schadenersätze
a) darauf, daß von der Hand der Kläger auf dem Frachtbriefe
die Worte
„Auf Gefahr der Absender" bemerkt worden seien und
schützen,
b) vor, daß nicht sie selbst, sondern die königl. Direction der
westlichen Staatseisenbahn ersatzpflichtig sei, da sie zu Letzterer in
einem Vertragsverhältnisse stünden, welches sie verpflichte, alle nicht
an einen bestimmt namhaft gemachten Spediteur zu Glauchau gerich-
teten Güter gegen eine im Voraus geregelte Vergütung an den
betreffenden Adressaten zu Glauchau zu befördern, daß sie mithin
durch diesen Vertrag bei Uebernahme größerer Gefahr auch an Auf-
stellung einer höheren Fahrtaxforderung behindert seien.
Zu i.
1. Beklagte haben weder zu behaupten vermocht, in welcher
Weise der gedachte Ballon bei seiner Uebernahme auf dem Bahn-
hofe Chemnitz bereits beschädigt gewesen sei, noch angeführt, daß sie

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