Full text: Volume (Bd. 12 (1868))

470 Unter d. O.-A.-G. Lübeck vereinigte Staaten. Art. 736.
oder nicht, — wie denn auch diese Lootsfreiheit anerkannt ist i. S.
Joh. Kölln o. Capt. Karnaby rc., Erkenntniß 2. Kammer des Handels-
gerichts vom 8. Decbr. 1858, consirmirt in contra restitutorio
31. Januar 1859 in den Worten — „so wenig — wie überall eine
Verpflichtung für die Schisse existirt, von der Böschstation aus — sich
eines Lootsen zu bedienen."
In der betreffenden holsteinischen Gesetzgebung ist »ub dato
Christiansborg den 1. Februar 1762 eine Lootsenordnung erlassen
worden, in welcher es sud 5 ausdrücklich heißt: „So wie kein Lootse
sich wider des Schiffers Willen an dessen Bord begeben darf," und
ferner in Gemäßheit Placats, betreffend das Pilotiren auf der Elbe,
vom 9. Juni 1785 (in den schleswig-holsteinischen Verordnungen)
die Veränderung eingetreten, daß jene Lootsenordonnanz zwar auf-
gehoben, aber an ihrer Stelle „das Pilotiren auf der Elbe-
wiederum der vorigen Verfassung zufolge, einem jeden königlichen
Unterthan freigestanden ist," an welcher Freiheit, neben der von einem
Lootszwang natürlich nicht die Rede sein kann, sodann 1785 in ver-
schiedenen noch heute beobachteten Publicationen nur das geändert ist,
daß wieder epaminirte Lootsen angestellt und Anderen das Pilotiren
verboten ist.
Vgl. auch Ravit, Jahrbücher der Gesetzgebung u. Verwaltung
der Herzogthümer Schleswig-Holstein und Lauenburg, 1847,
S.105:
„Bei der Bösch muß der Admiralitätslootse das Schiff an
einen Böschlootsen abgeben. Will der Capitän aber ohne Loot-
sen aufsegeln, so hat bis dahin kein Zwang stattgefunden."
Siehe So et beer, Hamburger Handelsarchiv, S. 97:
„Es findet jedoch in keiner Weise ein Zwang statt, sich eines
Böschlootsen zu bedienen; es steht vielmehr jedem Capitän
frei, von der Bösch ab ohne Lootsen aufzusegeln Und ist in
solchem Falle kein Böschlootsengeld zu entrichten."
Wenngleich das Nehmen eines Lootsen an der Bösch in dem
ausgedehntesten Maße allgemeine Usance ist, auch den Verhältnissen
nach von pflichtmäßiger Vorsicht geboten erscheint, so kann es dennoch
keinem Bedenken unterliegen, daß bei dem klaren Wortlaut des Ge-
setzes, Art. 740: „wenn sich das Schiss unter der Führung eines
Zwangslootsen befunden hat rc." um diese Vorschrift zur Anwendung

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