Full text: Volume (Bd. 12 (1868))

Unter d. O.-A.-G Lübeck vereinigte Staaten. Art. 343 flg. 433
und zwar nach ihrer Convenienz bezahlen sollten. Kläger sei ihnen,
als sie sich ultimo Mai zur Bank begeben, begegnet und habe von
ihnen die Unterschrift eines Reverses über die betreffende Differenz
zu Gunsten des Fallitenbuchhalters Loehrs verlangt. Als sie eine
solche Unterschrift nicht hätten leisten wollen, habe Kläger die sofortige
Zahlung per Banco verlangt, sie dagegen hätten sich auf ihre frühere
Verabredung berufen und schließlich erklärt, wenn Kläger das Arran-
gement nicht aufrecht erhalten wolle, so verlangten sie von ihm die
Lieferung der Actien, zu deren Empfang sie sich bereit erklärten. Es
habe aber der Kläger nicht offerirt, statt dessen sei an der Börse der
Notar Dr. Asher um 2 Uhr, angeblich im Aufträge des Klägers, bei
ihnen erschienen und habe ihnen eine Note über 10,000 Fl. über-
geben. Diese Note sei unterzeichnet gewesen
„in Banco an die Vereinsbank
per S iegfried Schiff
C. D. Ramm."
Zur selben Zeit habe der Notar sie aufgefordert, die fraglichen Actien
zu empfangen, ihnen jedoch dieselben in natura nicht offerirt. Sollte
daher die in dem Protest enthaltene Erklärung des Notars, daß er
die Stücke ihnen offerirt habe, die Bedeutung einer thatsächlichen
Offerte haben, so müßten Beklagte die Richtigkeit derselben bestreiten.
Sie hätten dem Notar geantwortet, sie wollten sich erkundigen, ob sie
zum Empfange verpflichtet seien, der Notar sei dann gleich darauf
wieder zu ihnen gekommen und habe wegen Nichtempfanges der
Actien Protest erhoben. — Die Sache stehe nun so, daß dem Kläger
ein Recht gegen sie überall nicht mehr zustehe. Das frühere Arran-
gement sei wieder aufgehoben, Kläger habe auch dieses Arrangement
seiner Klage nicht zu Grunde gelegt. Sie seien aber zum Empfange
nicht verpflichtet gewesen, weil nicht zu rechter Zeit offerirt worden, da
erst um 2 Uhr der Notar zu ihnen gekommen sei mft> sie zu dieser
Zeit nicht mehr per Bank hätten abschreiben können. Alsdann sei
die Börse kein zur Offerte geeigneter Ort, und endlich sei nicht
realiter offerirt worden. Außerdem sei die Offerte, welche den Protest
enthalte, nicht in Ordnung, da Siegfried Schiff offerirt habe,
mit diesem ständen sie in gar keinem contractlichen Verhältniß. Es
werde bestritten, daß Kläger zu 49% weiter verkauft habe, nach
Art. 343 des a. d. H.-G.-B.s hätte derselbe auch durch einen Han-
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. XII. 28

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