Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 12 (1868))

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Oesterreich. Art 380.

erfolge, keineswegs aber dahin, daß er bezüglich künftig dieser Sorg-
falt sich enthoben betrachtet wissen wollte;
in Erwägung, daß zwar in Folge des dem Geklagten günstigen
Kunstbefundes bezüglich des gewählten Aufbewahrungsortes demselben
ein Verschulden nicht zur Last gelegt werden kann; daß er jedoch
den Beweis nicht geliefert hat, bezüglich aller in Rede
stehenden 6 Fässer auch diejenige Sorgfalt angwendet zu
haben, welche ihm bezüglich der Erhaltung der Gebünde
im gutenStande, respectiveAusbesserung der etwaschadhaft gewor-
denen im Sinne des H.-G.-B.s und der duplicando auch auf
Grund specieller Aufforderung einbekannter Verbindlichkeit oblag,
vielmehr der Umstand, daß der Oelverlust bei den einzelnen Fässern
kein gleichmäßiger, sondern bei einzelnen ein ganz unverhältnißmäßiger
war, klar und unwiderleglich beweiset, daß weder natürlicher Calo,
noch heiße Jahreszeit, noch das längere Lagern in einem für das
Speditionsgeschäft bestimmten Aufbewahrungsorte derlei Verluste
herbeigeführt haben konnte, da diese Umstände bei allen 6 Fässern
den gleichen Procentualverlust herbeigeführt haben müßten, und somit
Beklagter es offenbar theilweise an der nöthigen Sorgfalt ermangeln,
nämlich die schadhaft gewordenen Gebünde nicht gehörig untersuchen
und ausbessern ließ;
in Erwägung, daß, wenn auch, bei Bewerthung des dieser Fahr-
lässigkeit zuzuschreibenden Oelverlustes, der dem Beklagten günstigste
Maßstab, nämlich die Annahme, daß der bei einem bestimmt bezeich-
neten Fasse eingetretene Abgang von ll11/'10o Procent als natür-
licher Calo zu betrachten sei, zu Grunde gelegt wird, sich bei den
übrigen Fässern ein nicht gerechtfertigter, nämlich diesen Calo über-
steigender Verlust von 587 Pfund Zollgewicht ergeben würde, welcher
dem Rinnen wegen schadhafter Beschaffenheit dieser Gebünde zuzu-
schreiben ist;
in Erwägung, daß, wenn von diesem Abgänge weitere 50 Pfund
abgezogen werden, auf welche in der Einrede vom Beklagten der
Verlust bei I. E. Payer vom 15. bis 20. Mai 1865 bewerthet
wurde, der erstliche Abgang von 537 Pfund Zollgewicht anstatt der
eingeklagten 159 Fl., welche für 784 Pfund Zollgewicht angesprochen
wurden, der Betrag von 150 Fl. 30 Kr. als Grundlage des seiner
Ersatzpflicht unterliegenden Verlustes sich ergibt;

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