Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 12 (1868))

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Königreich Sachsen. Art. 347. 349.

Zwecke oder in der Absicht, die noch rückständigen zu übernehmen bez.
deren Absendung zu vermitteln. Dort wurden ihm von dem Buch-
halter A. die betreffenden 200 Centner, wo nicht mit ausdrücklichen
Worten, so doch der Sache nach zur Verfügung gestellt, und daß A.
dieß im Einverständnisse mit dem Willen seiner Principale gethan,
ist nicht nur an sich in Beziehung auf dessen Stellung präsumtiv,
sondern auch von Beklagtem zugestanden. — Nun konnte zwar Klä-
ger dieses Olein nicht sofort persönlich übernehmen und dessen Ab-
sendung bewirken, weil es in der Fabrik an den nöthigen Gefäßen
fehlte, allein um dieses Hinderniß zu beseitigen, ließ Kläger am
18. Oct. 12 Fässer in die Fabrik schaffen. — Wenn man erwägt,
daß der Zweck der von Klägern angeschafften und in die Fabrik ge-
sendeten Fässer offenbar kein anderer war und den Umständen nach
sein konnte, als der, daß dadurch das der Verabfolgung des gekauften
und bezahlten Oleins entgegengestandene Hindernis beseitiget, nun-
mehr also das Olein in diese Fässer gefüllt und an ihn abgesendet
werde, und daß hierüber auch die Käufer sich nicht in Unkenntniß
oder Zweifel befinden konnten; so spricht sich in der ersteren That-
sache — der Uebersendung der Gefäße — das Verlangen des Klä-
gers, damit seiner Absicht gemäß zu verfahren, und in der hierauf
auch erfolgten Verwendung derselben, zu dem beabsichtigten Zwecke
durch die Verkäufer oder aus deren Anordnung, deren Einverständniß
mit diesem Verlangen aus. — Wenn dann weiter die gefüllten 12
Fässer von der Fabrik mit Frachtbrief unter Klägers Adresse an die
Eisenbahn abgesendet worden, so muß folgerichtig auch diese Aufgabe
als im Aufträge und für Klägern von Seiten der Verkäufer bewirkt
angenommen werden.
Erk. des O.-A.-G. Dresden vom 6. März 1866.
Zu Art. 347. 349.
Prüfung und Dispositionsstellung der Waare.
a.
Zeitschrift f. Rechtspflege rc., N. F., 28. Bd., S. 236.
Da es sich um eine Waare handelt, welche dem Beklagten von
einem andern Orte übersendet worden ist, so ist Kläger des Nach-
weises, daß er dem Beklagten die von diesem bestellte Sorte Corinthen
geliefert habe, überhoben, wenn Beklagter es unterlassen haben sollte,

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