Full text: Volume (Bd. 12 (1868))

110

Abhandlungen.

§17.
Erster Abschnitt.
Allgemeine Grundsätze.
Art. 782 spricht zwar nur von „Schiff und Ladung" als Gegen-
stände der Versicherung, allein der folgende Paragraph erweitert dieß
und führt, außer diesen am gewöhnlichsten versichert werdenden Ge-
genständen, noch mehrere, wie „Fracht, Ueberfahrtsgelder" u. dergl.
auf. Nach den Worten des Paragraphs, und wie es auch die Con-
ferenz genommen hat, ist nicht sowohl die versicherte Sache, sondern
das „in Geld schätzbare Interesse" Gegenstand des Versicherungs-
vertrags.— Prot., S. 3131 flg. — Dieselbe verstand — Prot.,
S. 4231 flg. — unter „Gefahren der Seeschifffahrt" nicht blos die
auf hoher See, sondern auch die in Häfen und — was wohl zu mer-
ken ist — in Flüssen. — Gesetze und Gewohnheiten haben mehrere
Assecuranzen als unzulässig bezeichnet — Benecke, a. a.O.,S. 23flg.
Pöhls, a. a. O., S. 66 flg. Preuß. Landrecht, Thl. 2, Tit. 6,
§ 1952. — Dahin gehören namentlich die „Wettassecuranzen,"
wodurch ein Object versichert wird, durch dessen Untergang der Ver-
sichernde keinen Schaden leidet, ein eigentliches „schätzbares Interesse"
daher gar nicht vorliegt. Da unser Gesetzbuch im Art. 783 alles
das aufzählt, was versichert werden kann, so schließt dasselbe dadurch
alle jene Verbote, bis auf das im Art. 784 erwähnte der „Heuer-
forderung," in sich, die übrigens auch zum Theil auf antiquirten
Begriffen beruhen, obschon das im Eingänge des Art. 783 gebrauchte
Wort „insbesondere" den Kreis der Versicherungen nicht so definitiv
abgeschlossen zu haben scheint.
Art. 783 specificirt (jedoch nur, wie eben gedacht, „insbeson-
dere") die Gegenstände zulässiger Versicherungen. In Ansehung des
„Schiffs" vergleiche man Art. 799flg., der „Fracht" Art. 801 flg.,
der „Güter" Art. 803 flg., der „Bodmereigelder" Art. 807.
Unter ,,Havare igeldern" verstand die Conferenz — Protoc.,
S. 3271 — die Gelder, welche nach Einleitung eines Unternehmens
zur See vor dessen Beendigung in Folge eines Seeunfalls aufge-
wendet werden müssen. — Havarei - und Bodmereigelder hat man
früher bisweilen von der Versicherung ausschließen wollen, allein,
wie Benecke, a. a. O., S. 133 und Pöhls, a. a. O., S. 96 flg.

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