Full text: Volume (Bd. 15 (1869))

Literarische Umschau.

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Wechsel- und Handelsmakler mitgetheilt und der Anfang gemacht einzelne
Handelsgebräuche festzustellen; möchte hier der Verfasser, dem durch seine
Stellung als Redakteur der Berliner Börsenzeitung reiche Gelegenheit
geboten ist, mit besonderm Eifer sammeln. Der Fleiß des Verfassers,
seine gewissenhafte Sorgfalt verdienen uneingeschränktes Lob; bereits der
Inhalt der zweiten Auflage kann als zuverlässig bezeichnet werden, und
ein Vergleich mit der ersten Auflage gibt die Gewißheit, daß die fernern
Jahrgänge sich zu immer größerer Vollkommenheit entwickeln werden.
Ein Wunsch möge zum Schluß ausgesprochen sein, nämlich der, daß die
Darstellung stets objectiv und unbeeinflußt sich erhalten möge. y.

50. Zur Reform des preußischen Concurs-Rechts. Von R. Koch.
Berlin, Verlag von I. Guttentag. 1868. 8. IV. u. 115 S.
Die nach dem Vorbilde des französischen Concurs-Rechts entworfene
preußische Coucurs - Ordnung vom 8. Mai 1855 hat sich,
gegenüber dem aus dem gemeinen Rechte hervorgegangenen, schwer-
fälligen, langathmigen und kostspieligen Verfahren der preuß. allgem.
Gerichts-Ordnung von 1793, als ein wesentlicher Fortschritt bewährt.
Sie wird allgemein als ein „besonders gelungener und werthvoller Be-
standtheil des preußischen Rechtes" betrachtet. Ihre Grundprincipien:
Coucentrirung der Verwaltung der Activ-Masse in der Hand von
Vertretern der Gläubigerschaft unter bloßer Aufsicht des Gerichts,
Ablösung der Thätigkeit des mit weitem imperium ausgestatteten
Rickter-Commissars von der eigentlichen Rechtsprechung im Con-
curse, Vereinfachung des Liquidations-, Prüfungs-, Feststellungs-
und Vertheilungs-Verfahrens unter Beseitigung aller Präclusiv-,
Locations- und Distributiv-Bescheide, Abkürzung des Concurses
durch Erleichterung des Zwangsvergleichs, Alles des bei Reduction
der Vorrechte, und Erweiterung des Anfechtungsrechts gegen frau-
dulose Geschäfte,
sind, wie der Verfasser sagt, nach dreizehnjährigem Bestehen erheblichen
Angriffen nicht ausgesetzt gewesen, geschweige denn durch solche erschüttert.
Auch sind die neueren Entwürfe von Concurs-Ordnungen (der sächsische,
bayerische und der jetzt publicirte österreichische) dem französischen Vor-
bilde in der verbesserten preußischen Auflage wesentlich gefolgt.
Diese Anerkennung der Grundprincipien hat aber Bedenken und
Beschwerden über einzelne Detail- und Ausführungs-Bestimmungen nicht
ausgeschlossen. Säwn in der juristischen Praxis und Theorie haben
Lücken, Dunkelheiten und Ungenauigkeiten in der Fassung einzelner Para-
graphen den Anlaß zu mannichfachen Controversen gegeben. Bor allem
aber hat der Kaufmannsstand durch seine verschiedenen Organe wiederholt

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