Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 15 (1869))

Literarische Umschau.

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Ueber die im zweiten Abschnitte augetragene Lehre vom Gelbe
(S. 1060—1231) sagt der Herr Verfasserim Vorworte:
„Die Lehre vom Gelbe, lange Zeit hindurch nach ihrer juristischen
Seite ungebührlich vernachlässigt, ist zwar in ihrer geschichtlichen
Entwickelung, aber vom Standpunkt des heutigen Wirthschafts-
lebens dargestellt. Auch bei der hoffentlich in Kürze eintretenden,
vereinfachenden Umgestaltung des europäischen Geldwesens dürfte
die getreue Darstellung des gegenwärtigen Zustandes nicht ohne
Werth sein.
Die Lehre von den Werthpapieren, welche den Schluß dieser
Abtheilung bilden sollte, ist, um dieselbe nicht allzusehr anschwellen
zu lassen, zur Eröffnung des zweiten Bandes bestimmt."
Die Untercapitel handeln vom Wesen des Geldes, vom
gemünzten Edelmetallgeld, vom Rechnungsgeld, Bank-
Wechsel-Valuten, und von den Metallgeldzeichen. Die
Lehre von den Werthpapieren soll, wie wir aus dem oben ange-
führten Vorworte entnehmen, im zweiten Bande Nachfolgen.
Schon der angedeutete räumliche Umfang dieses Abschnittes läßt
darauf schließen, welcher eingehenden Behandlung der Verfasser auch
diese Materien unterzogen hat. Treu seinem im Vorworte zur ersten
Lieferung ausgesprochenen Vorsatze:
„die unvermeidlichen Nachtheile der Codification, die formelle
Losreißung des durch sie begründeten Rechtszustandes von der
Vergangenheit durch den Nachweis des geschichtlichen Zusammen-
hanges möglichst auszugleicheu"
gibt der Verfasser gewissermaßen eine Geschichte des Geldes; treu
seinem Vorhaben
„in genetischer Entwickelung den Nachweis zu führen,
wieweit die Uebereinstimmung im Recht der europäischen Völker
reicht"
liefert er Parallelen für fast sämmtliche Culturvölker der Jetztzeit;
treu endlich seinem ursprünglichen Standpunkte
„eine besonnene Verwerthung der maßgebenden wi rthschaftlich en
Grundbegriffe eintreteu zu lassen"
bietet er ein reiches, wolgeordnetes Material zur Instruction für diejenigen,
welche mit den realen Grundlagen des Geldverkehrs weniger ver-
traut sind. Auf die Frage des Herrn Verfassers,
„ob die conseguent durchgeführte, zugleich die special- und univer-
salgeschichtliche Behandlung sich als fruchtbringend erwiesen habe"
glauben wir am besten durch die Worte eines namhaften Rechtslehrers
der neuesten Zeit antworten zu können:
„Wenn die historische Schule nicht ohne Oppositionen geblieben ist,
so ist durch dieselben doch nie die Wahrheit des Satzes in Frage
gestellt worden, daß eine erschöpfende Einsicht in das Wesen des

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