Full text: Volume (Bd. 15 (1869))

178 Königreich Bayern Art. 338. 342, Abs. 3. 278.
bleiben, die feindlichen Trnppen konnten sich sodann auch gegen Re-
gensburg wenden, und das Verfahren des Feindes in Bezug auf
Proviantgegenstände und dergleichen war ungewiß: unter solchen Vor-
aussetzungen einem in der bedrohten Gegend befindlichen Geschäfts-
manne zur Pflicht machen wollen, bedeutende Getreidevorräthe auf
Lager zu behalten, weil es vielleicht möglich, daß bei der Wieder-
kehr geordneterer Zustände einem früheren Anträge auf Abnahme
derselben eine zusagende Antwort zu Theil werden könne, widerspräche
nicht blos der oben dargelegten rechtlichen Auffassung, sondern auch
der natürlichen Anschauung, mit welcher es sich nicht vereinigen läßt,
daß Jemand für den durchaus ungewissen Erfolg eines späteren
Kaufsabschlusses sich den Besorgnissen vorherigen gänzlichen oder
theilweisen Verlustes der Sache zu unterziehen habe.
Art. 338. 342, Abs. 3, 278.
Wechselbeziehung zweier Kaufverträge zu einander; die
Lösung des Obligationsverhältnisses aus dem einen hebt
an sich noch nicht die Verpflichtung aus dem anderen auf.
Der Kaufmann Berliner forderte von dem Kaufmann Höld die
Bezahlung einer Summe von 500 Fl., weil er diesem auf vorherige
Bestellung am 10. August 1867 verschiedene Eisenwaaren um einen
jenen Betrag erreichenden Preis geliefert habe. Höld verweigerte
jedoch die Zahlung, indem er einwandte, daß e r an Berliner zu der
fraglichen Zeit eine Partie altes Eisen verkauft habe und daß in Be-
zug auf diesen Kaufvertrag dem Käufer auf sein Ansinnen bewilligt
worden sei, anstatt der Baarzahlung des Kaufpreises Waffen liefern
zu dürfen. Nur mit Rücksicht auf diese Kaufsmodalität sei alsdann
die Bestellung der bezüglichen Eisenwaaren von ihm bei Berliner ge-
macht worden, allein der erste Kauf um das alte Eisen sei rückgängig
geworden, da Berliner das bereits übersendete Eisen zum größten
Theil nicht angenommen und er, Höld, die Zurücknahme bethätigt
habe, und dadurch sei gleichzeitig die damit in innigem Zusammen-
hang stehende Bestellung der Waare, welche an die Statt des Kauf-
preises des alten Eisens treten sollte, von selbst gelöst worden, um
so mehr, als er dem Gegencontrahenten die Ausführung der Bestel-
lung sogar untersagt habe.
In dem hiernach entstandenen Rechtsstreite verurtheilte das

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