Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

544

Literärische Umschau.

gelegen, durch ihren ausgedehnten Handelsverkehr, durch ihre umfang-
reiche, blühende gewerbliche Thätigkeit sich auch in politischer Beziehung
zur Zeit ihrer größten Blüthe eine große Bedeutung, einen, im Verhält-
nisse zu ihrer Ausdehnung und Bevölkerung erheblichen Einfluß errang,
und in Verbindung mit den preußischen Schwesterstädten wesentlich dahin
gewirkt hat, daß germanisches Leben und Wesen selbst in der Mitte der
slavischen Bevölkerung erhalten und das Bürgerthum trotz aller Anfein-
dungen und Bestrebungen der Aristokratie einer sremden Nation zur Gel-
tung gebracht wurde."
Deshalb muß für die geschichtlichen und statistischen Nachrichten,
welche über die Hanvelsverhältnisse Danzigs mitgetheilt werden, eine
allgemeine Theilnahme mit Recht in Anspruch genommen werden.
Der Inhalt zerfällt in die zwei erwähnten Abschnitte:
I. Geschichtliches, S. 1.
II. Statistisches.
A. Personen des Handelsstandes, S. 6.
B. Gegenstände des Handels und Nachweis der Ein- und
Ausfuhr von und nach verschiedenen Ländern, S. 9.
I. Exportgegenstände, S. 30.
II. Jmportgegenstände, S. 40.
6. Rhederei und Schifffahrt, S. 44.
v. Verkehr auf der Ostbahn, S. 47.
In dem geschichtlichen Theile wird erzählt: „wie schon die Herzöge
von Pommerellen, deren Hauptsitz Danzig im 12. Jahrhundert war,
den Handelsverkehr mit den fremden deutschen Kaufleuten durch Erthei-
lung mannichfacher Privilegien an diese, Gewährung von Schutz gegen
die Strandräuber, Befreiung von Waarenzöllen und Erweiterung deut-
scher Ansiedelungen förderten und begünstigten; wie dann unter der Herr-
schaft des deutschen Ordens die Stadt Danzig in ihrem gegenwärtigen
Umfange entstand und durch die Verbindung mit dem Hansabunde eine
große Bedeutung in dem kaufmännischen Weltverkehre als Vorort der
preußischen Städte gewann; wie in dem engeren Bunde dieser Städte,
die jährlich in Marienburg zur Berathung gemeinschaftlicher Interessen
untereinander und mit der Ordensregierung zusammenkamen, der Dan
ziger Rath in allen Handels- und Seesachen die oberste richterliche Be-
hörde war, womit sich eine gewisse gesetzgebende Function verband, so
daß Danzig zur Ausbildung des Wisbhschen Seerechts nicht unwesentlich
beigetragen hat; von welchen nachteiligen Folgen die Erhebung des
Sundzolles, seit 1425, und die nachfolgenden Belästigungen seitens der
dänischen Beamten auch für den Danziger Handel waren; wie in dem
Handelsverkehre mit Rußland Kauen am Memelstrom der Stapelplatz
wurde, wo die Danziger ihre Factoren (Lieger) hatten, die in ihrem
Aufträge dort kauften und verkauften, während die Verwaltung von
eigenen Oldermännern geleitet wurde, welche auch die Gerichtsbarkeit

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer