Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

Literarische Umschau.

541

§ 3. Gründe für Errichtung von HandelsgerichtenRücksicht auf
einfaches und rasches Proceßverfahren — auf commercielles Gewohnheits-
recht — auf kaufmännische Technik. S. 11.
§ 4. Bedeutung dieser Gründe für das Königreich Hannover. S. 17.
§ 5. Gründe gegen die Errichtung von Handelsgerichten: Mangel
an Rechtskenntniß und juristischer Bildung — an Unbefangenheit und
Unparteilichkeit — an richterlichem Gehorsam gegen das Gesetz. S. 20.
§. 6. Fortsetzung. Organisations- und processualische Bedenken —
insbesondereUnmöglichkeit fester und sicherer Competenzregulirung. S. 25.
§ 7. Schlußergebniß. S. 29.
Dieses faßt der Herr Verfasser folgendermaßen zusammen:
„Wenn in den bedeutendsten Handelsstaaten des neueren Europas,
welche dem Handel Reichthum und Macht verdanken, Handelsgerichte
nicht bestehen;
wenn in Frankreich und den Rheinlanden die Gegner der handelsgericht-
lichen Institution sich wehren und die Niederlande, welche dem Handel
ihre politische Existenz verdanken, durch Erfahrung belehrt, die früher
bestandene Theilnahme an der Handelsrechtspflege abgefchafft haben;
wenn die Rücksicht auf einfache, rasche und energische Procedur, welche in
andern Ländern wenigstens ganz vorzugsweise auf die Einsetzung von
Handelsgerichten geführt hat, für unser Land nach erfolgter und durch
Erfahrung bewährter Reform der Civilrechtspslege ohne alle und jede
Bedeutung ist;
wenn die für Einsetzung von Handelsgerichten secundären Rücksichten
auf gewohnheitliches Handelsrecht und kaufmännische Technik, die erstere
überdieß durch die Codification des Handelsrechts bedeutend abgeschwächt,
ihre Bedeutung völlig verlieren gegenüber den nachfolgenden Gründen,
als des bei Kaufleuten eintretenden Mangels
an Fähigkeit zum Rechtsprechen, nicht vermindert, som
dern vermehrt durch die erfolgte Codification,
an Unparteilichkeit oder Unbefangenheit des
Urt Heils,
an richterlichem Gehorsam gegen die Gesetze,
sowie der im nothwendigen Gefolge von Specialgerichten sich Heraus-
siellenden, durch die Unthunlichkeit, die Competenz der Handelsgerichte
fest und bestimmt zu regeln, im hohen Grade vermehrten processualischen
Nachtheile;
so muß die Frage:
„ob ein Bedürfnis anzuerkennen sei, im Königreiche Hannover
Handelsgerichte einzuführen"
ohne Bedenken verneint werden."
Die vorliegende Schrift beschäftigt sich mit Darstellung und Wider-
legung der Gründe, die man für die Errichtung von besonderen Handels-
gerichten geltend machet, und entwickelt vom historischen und juristischen

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