Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

und des Oberappellationsgerichts zu Lübeck.

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2. Die zugegebenermaßen noch in natura vorhandenen 491 Pfd.
Rindsschmalz hat Beklagter auszuliefern, sei es nun daß er sie aus
irgend welcher Ursache nicht zu verkaufen vermochte oder daß sie ihm
gar nicht zum Commissionsverkauf übergeben waren. Dagegen muß
es dem Kläger lediglich Vorbehalten bleiben, seinen etwaigen Schaden
gegen den Beklagten geltend zu machen, wenn die Waare durch
dessen Schuld verdorben sein sollte, was schon dann anzunehmen
sein würde, wenn der Verderb in Folge davon eingetreten wäre, weil
er dem Kläger, nachdem ihm dessen Eigenschaft als Sch'scher Masse-
Vertreter bekannt geworden war, von dem Vorhandensein dieser
Waare keine Kenn iniß gegeben oder ihn an der Verfügung über die-
selbe gegen etwaige Sicherheitsleistung (für die Gegenforderungen
des Beklagten) verhindert habe.
3. Ein Posten der beklagtischen Gegenforderung beträgt fl. 240
für Umgestaltung seines Ladens behufs der Einrichtung zum Verkaufe
der von Sch. in Commission gegebenen und resp. zugesagten Artikel.
Sollte Sch., wie behauptet wird, den Beklagten zu dieser Ausgabe
dadurch veranlaßt haben, daß er ihm unter der Bedingung dieser ver-
änderten Ladeneinrichtung den Commissionsverkauf der von Sch. ge-
führten Landesprodnkten zugesagt habe oder weil diese Ausgabe auch
überhaupt nur für das Geschäft nöthig war, so kann die Ersatzberech-
tigung des Beklagten um so weniger beanstandet werden, da bei dem
Umstande, daß Sch. gerade die Artikel, welche die Umgestaltung des
Ladens nothwendig gemacht haben sollen und von denen er dem Be-
klagten ein Commissionslager zugesagt hatte, nicht gelieferrt hat, nicht
einmal behauptet werden könnte, daß Beklagter in der gezogenen Ver-
kaufs-Commission für die fraglichen, durch Sch. und in dessen Inter-
esse veranlaßten Verwendungen eine Entschädigung gefunden habe.
Dagegen ist es, von einer deßfallsigen Zusage des Sch. abge-
sehen, unzulässig, daß Beklagter der Sch'schen Masse einen Mieth-
zins für Ladenutensilien berechnet, da Beklagter als Commissionär
die zu seinem Geschäfte nöthigen Ladenutensilien nicht in Anrechnung
bringen kann. Ebenso wenig kann Beklagter in Anrechnung bringen,
wie er gethan: die Gehalte der zum Betriebe seines Geschäfts
nöthigen Leute, obwohl er Vergütung dafür fordern kann, daß er durch
Verwendung seiner eigenen Leute andere von dem Committenten zu
bezahlen gewesene Arbeitskräfte erspart hat.

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