Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

Königreich Sachsen.

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der Beklagte diesen Umstand selbst in dem ersten Verfahren nicht
bestritten, indem er in dem Verhörstermine Blt. — unumwunden
bezüglich der jetzt noch in Frage befangenen Maaren eingeräumt hat,
daß er das Geschäft rücksichtlich dieser Maaren mit den
Klägern als Com Missionär abgeschlossen habe.
Schon in diesem Zugeständnisse findet der erst in der Appellations-
instanz Blt. — von dem Beklagten gemachte Versuch, sich als Ver-
kaufscomMissionär der Kläger (im Gegensätze zu dem Ein-
kaufscommissionär für russische Handelsleute) hinstellen zu wollen —
ein Versuch, bei welchem der Beklagte mit seinen eigenen Anführungen
in dem ersten Verfahren sich selbst in directen Widerspruch gesetzt und
es nicht verschmäht hat, Blt. — der ersten Instanz Unrichtigkeiten
da vorzuwersen, wo sie lediglich, wie Blt. — unter A., den eigenen
früheren Angaben des Beklagten Blt. — gefolgt ist —, seine voll-
ständige Widerlegung. Denn der Berkaufscommissionär schließt nicht
mit seinem Committenten, wie Beklagter geständiger Maßen mit
Klägern, Kaufverträge ab, sondern bringt solche mit dritten
Personen zum Abschlüsse, während zwischen ihm und dem Commit-
tenten lediglich ein Mandatsverhältniß obwaltet. Wollte man ferner
auch ein geringeres Gewicht darauf legen, daß bekanntlich Verkaufs-
commissionen der Regel nach nur nach auswärtigen Orten gegeben
werden, und dem Berkaufscommissionär gewöhnlich die Commissions-
waare behufs des Weiterverkaufs in Partieen übergeben wird, wäh-
rend in dem vorliegenden Falle der Beklagte den Klägern die speciellen
Quantitäten, welche er von demselben zu entnehmen wünsche, be-
zeichnet und deren Uebersendung an gewisse Adressen aufgegeben hat,
so stehen doch — und dieß ist hauptsächlich hervorzuheben — die
hierher gehörigen weitläufigen Deductionen des Beklagten mit den
sonstigen Intentionen desselben insofern in entschiedenem Widerspruche,
als bekanntlich bei der Verkausscommission der Commissionär
derjenige ist, welcher das Klagrecht gegen den Käufer erwirbt,
Treitschke, Rechtsgrundsätze vom Commissionshandel,
S. 83.
Allgem. deutsches Handelsgesetzbuch Art. 368.
während der Beklagte das Rechtsverhältniß so darzustellen versucht,
als seien die Kläger nur gegen die Käufer zu klagen berechtigt,

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