Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

340 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

kein anderer, als der in der Factura angegebene Preis der beschädigten
Maaren, und der Inhalt der Factura ist unbestritten.
Beklagter kann nicht nachträglich in der Berufungs-Instanz auf
den gemeinen Handelswerth der Maare zurückgehen und dessen Beweis
von der Klägerin fordern, nachdem er in der Verhandlung selbst sich
auf den Facturawerth als Maßstab für die Ersatzberechnung be-
rufen hat.
Wollte man aber auch annehmen, daß unter dem Ausdrucke
„Facturawerth" der gemeine Handelswerth der Maare verstanden
werden sollte, so hat Erstrichter mit Recht den Widerspruch als
ungenügend bezw. als nicht ernstlich gemeint bezeichnet.
Daß die durch den Beklagten verladene Maare einen Handels-
werth gehabt habe, kann wohl vernünftiger Meise nicht bestritten
werden; Klägerin hat diesen Werth unter Berufung auf die Preis-
ansätze der Factura speciell angegeben; wollte Beklagter die Richtig-
keit dieser Ansätze mit Erfolg bestreiten, so 'mußte er anführen, welche
derselben unrichtig und in wieweit dieselben unrichtig seien; eine Nicht-
anerkennung des Gesammtbetrages, eine Abläugnung des Factura-
werthes, der Richtigkeit des Vortrages der Klagsbeilagen im All-
gemeinen ist ein mangelhafter Widerspruch, dessen Ernstlichkeit durch
die Art und Weise, wie er vorgebracht wurde, sofort widerlegt wird.
Zu Art. 271 fg.
Zuständigkeit der Handelsgerichte. Begriff von
Handelsgeschäft.
a.
In einem Urtheile des k. Haudelsappellationsgerichtes vom
8. Sept. 1864 wurde über Bescheidung einer Klage auf Zahlung
des Kaufschiüiugs für das von einem Käufer zur Weiterveräußerung
erworbene schlagbare Holz einer Waldparcelle von nachstehenden Er-
wägungen ausgegangen:
Nach gemeinem Rechte müßten zwar allerdings die mit dem
Boden noch verbundenen Früchte oder Bäume als ein Theil des
Bodens, als dessen Pertiuenzien betrachtet werden, allein nur so
lange, als sie noch mit dem Boden verbunden einen Theil desselben
bildeten. Nach dem Klagsvortrage aber seien im gegebenen Falle

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer