Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 5 (1865))

mit Dritten geschlossenen Verträgen.

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Thl. I, Tit. 13, § 85. 154. 156.:
§ 85. Was der Bevollmächtigte, zufolge des erhaltenen Auf-
trages , mit einem Dritten verhandelt, verpflichtet den Macht-
geber eben so, als ob die Verhandlung mit ihm selbst vollzogen
werde.
§ 154. Hat der Bevollmächtigte blos in seinem eigenen
Namen contrahirt, so kann der Andere nur von ihm die Er-
füllung fordern.
§ 156. Hat Jemand, der zur Besorgung gewisser Angelegen-
heiten öffentlich bestellt ist, dergleichen Geschäfte in seinem
eigenen Namen abgeschlossen, es ergibt sich aber aus dem
zur Zeit des Contracts schon vorhandenen und dem Andern
bekannt gewesenen Umständen, daß der Gegenstand der
Verhandlung wirklich Amtsangelegenheiten gewesen sind; so
hat der andere die Wahl: ob er sich an seinen Mitcontrahenten,
oder an die Casse oder Anstalt, welcher derselbe vorgesetzt ist,
halten wolle.
Thl. I, Tit. 14, § 129 130:
§ 129. Wie weit übrigens der Verwalter durch seine Verträge
den Principal einem Dritten verpflichtet, ist nach den Grund-
sätzen von Vollmachtsaufträgen zu beurtheilen.
§ 130. Sind diese Vorschriften beobachtet, so macht es keinen
Unterschied, wenn gleich der Verwalter den Vertrag auf sei-
nen eigenen Namen geschlossen hätte, sobald nur aus den
Umständen klar ist, daß er in seiner Eigenschaft als Ver-
walter gehandelt habe.
Thl. I, Tit. 17, § 232—235:
§ 232. Ein Gesellschafter, welcher nicht im Namen der So-
cietät contrahirt, verpflichtet, wenn er auch sonst als Bevoll-
mächtigter anzusehen wäre, nur sich selbst, nicht aber die Ge-
sellschaft.
§ 233. Hat jedoch ein Gesellschafter, zwar nur in seinem Na-
men, aber in Angelegenheiten der Societät, einen
Vertrag geschlossen, so ist er schuldig, den daraus entstandenen
Vortheil der Gesellschaft zu überlassen.
§ 234. Gegen den Dritten aber, welcher mit dem Gesellschafter
blos auf seinen eigenen Namen contrahirt hat, erlangt die Ge-
sellschaft aus einem Vertrage kein Recht, und kann daher
die von selbigen an seinen Contrahenten geleisteten Zahlungen,
oder anderen Verhandlungen, wodurch die aus dem Verlage ent-
standene Verbindlichkeit wieder aufgehoben worden, nicht
anfechten.
§ 235. Auch die Wissenschaft des Dritten, daß das Geschäft,
worüber er contrahirt, die ganze Gesellschaft angehe, kann den-

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