Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 5 (1865))

24 Klagerecht der Gesellschaft aus den vom Socius im eigenen Namen
1. weil es ihm einerlei sein konnte, ob er von A. oder B. das
Kaufgeld erhalte,
2. weil in allen Fällen, wo zur bloßen Formalität nach älterem
R. R. eine Cession erfordert würde, nach Antonius Ver-
ordnung in fr. 16. D. 2. 14, welche solchenfalls actionem
utilem zuläßt, der Machtgeber sogleich ohne alle Cession
klagen könne fr. 68. I). 3. 3.*)
Beide Entscheidungsgründe sind unseres Erachtens nicht zu-
treffend. Der zweite nicht, weil die utilis actio nur die Grund-
sätze des strictum jus, insbesondere das Verbot der freien Repräsen-
tation, nicht aber die Willensübereinstimmung der Parteien, entbehr-
lich machen sollte, wie wir das schon oben erwähnten. Der erste
nicht, weil es sich hier nicht um den Vertrag zwischen Mandatar und
Dritten, sondern um den zwischen Mandanten und Dritten handelt.
Der erstere Vertrag kann allerdings vom Dritten nicht angefochten
werden, da nur ein unwesentlicher error in persona vorliegt. Die-
ser Vertrag bleibt allerdings bei Kräften, aber doch nur als solcher
zwischen den Personen, die ihn geschlossen haben (dem
Stallmeister und dem Verkäufer). Der Mandant A., den der Ver-
käufer weder der Person, noch dem Namen nach kannte, ist mit
dem Verkäufer in gar kein eontraetliches Verhältniß getreten. Da
der verschwiegene Auftrag den Verkäufer nicht tangirt, so hat der
stille Mandant nicht mehr Rechte, als jeder beliebige Tertius, der
da aus dem Kaufverträge einer ganz andern Person klagen und
seinen Anspruch allein darauf gründen wollte, daß es dem beklagten
Verkäufer jaeinerleisetnkönne,ober ihm, oder seinem Contra-
henten den Kaufpreis zahle.
Preußisches Recht.
Die hier einschlagenden Bestimmungen des allgem. Landrechts
sind:
*) Fr. 16, D. 2. 14. Si cum emptore hereditatis pactum sit factum, et
Tenditor hereditatis petat: doli exceptio nocet. Nam ex quo rescriptum est a
Diyo Pio, utiles actiones emptori hereditatis dandas, merito ad versus
yenditorem hereditatis exceptione doli debitor hereditatius uti potest.
Fr. 68, D. 3. 3. Quod procurator ex re domini, mandato non refragante
stipulatur, invito procuratore, dominus petere potest.

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