Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 5 (1865))

22 Klagerecht der Gesellschaft aus den vom Socius im eigenen Namen

Erachtens sehr glücklich gefaßte Art. 52 H.-G.-B., welcher be-
stimmt:
daß der Principal dem Dritten gegenüber berechtigt und
verpflichtet ist, wenn das Geschäft ausdrücklich im Namen
des Principals geschlossen ist, oder die Umstände ergeben,
daß es nach dem Willen der Contrahenten für den
Principal geschlossen werden solle,
läßt keinen Zweifel übrig. Ein stillschweigender Abschluß für den
Principal soll hiernach nur dann angenommen werden, wenn die
concludenten Umstände auch in der Person des Dritten vorhanden
sind, wenn auch dieser um das Auftragsverhältniß gewußt hat; denn
ohne das Wissen eines solchen Verhältnisses ist das Wollen eines
Vertragsschlusses für den unbekannten Principal des Mitcontra-
henten nicht denkbar. Man vergleiche auch das zu Art. 96. 114
H.-G.-B. ergangene Erkenntniß des Handels-Appell.-Ger. zu Nürn-
berg vom 21 Januar 1864. (Busch, Arch., Bd. III, S. 113.)
3) Bisher haben wir den Begriff des stillen Stellvertreters,
die Grenzen des suo nomine Contrahirens eines Mandatars festzu-
stellen gesucht. Kehren wir nun zu unserer Frage zurück:
Ob durch die 8uo nomine geschlossenen Verträge des
Mandatars der Geschäftsherr unmittelbar berechtigt werde?
v. Savigny behauptet, daß die prätorischen actiones ntiie8 und
adjecticiae qualitatis für und gegen den Principal auch dann ge-
golten hätten, wenn der Mandatar dem Dritten gegenüber nicht als
solcher aufgetreten sei, und daß sie gerade für diesen Fall noch zu
Justinians Zeit praktisch gewesen seien. (Oblig.-R., S. 62). Doch
haben Buch ka (S. 35. 40. 41. 47.) und Ruhstrat (S. 13. 29.)
unseres Erachtens aus den Quellen, z. B. Ir. 1, § 9, D. 14. 1.
Unde quaerit Ofilius, si ad reficiendam navem mu-
tuatus, nummos in suos usus converterit, an in exer-
citorem detur actio? Et ait, si hac lege accepit,
quasi in navem impensurus, mox mutavit volun-
tatem, teneri exercitorem, imputaturum sibi, cur
talem praeposuerit: quod si ab initio consilium cepit
fraudandi creditoris, et hoc specialiter non
expresserit, quod ad navis causam accipit, contra
esse. Quam distinctionem Pedius probat.

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