Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

Königreich Preußen.

293

Form das Versicherungs - Vertrages gültigen Weise getroffene Ver-
fügung von Todes wegen aufrechterhalten und sowohl gegen die
Versichernngs-Gesellschaft, als gegen die Erben des verstorbenen
Versicherten wirksam werden. Nachdem die Versicherungssumme von
2000 Thlr. im vorliegenden Falle der Wittwe des O. auf die Police
der Versicherungs-Gesellschaft Concordia ausgezahlt und von dieser,
der Klägerin, zum Pupillar-Depositum abgeliefert worden ist, können
also die Verklagten der Klägerin, auch nicht etwa als Erben des O.,
lediglich auf den Grund des Z 75, Thl. I, Tit. 5 des allg.
Landrechts ihre Betheiligung an der Versicherungssumme, weil sie
dem Versicherungs-Verträge als Mitcontrahentin nicht beigetreten
sei, streitig machen.

Art. 886 (888).
I. Zusatz. Ist actio nata vorhanden, wenn der
Tod des Verstorbenen und die Todesursache der
Lebensversicherungs-Gesellschaft noch nicht durch
ärztliches Attest nachgewiesen ist, sondern erst in dem
aufZahlung der Versicherungssumme angestell-
ten Processe durch Zeugnist des Arztes dargethan
werd en soll?
Ist der Arzt zur Ausstellung eines Ältestes über
den Tod des Versicherten rechtlich verpflichtet?
Erk. des Stadtgerichts zu Berlin vom 30. April
1864, des rheinischen Landgerichts zu N. und des
Appell.-Gerichts-Hofs zu Köln (Deutsche Ver-
sicherungs-Zeitg. zu Berlin, Nr. 53. 56 von 3/14. Juli
1865, Jahrg. V, S. 312. 330).
Der Kaufmann V. versicherte im Jahre 1860 das Leben des
Buchdruckereibesitzers W. mit 300 Pfuud Sterling bei der englischen
Lebensversicherungs-Gesellschaft „Great Britain mutual" zu London,
um wegen seiner Forderung an W., die er bei dessen Lebzeiten nicht
erlangen konnte, nach dessen Tode Befriedigung zu erlangen. Der
Versicherte starb am 11. Jan. 1864. Der Kaufmann B. überreichte
hierauf der Gesellschaft den Todtenschein desselben, sowie das Attest
eines Photographen über das Ableben. Die Einreichung eines von
dem Arzte auszustellenden Ältestes über die Todesursache

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer