Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

Königreich Preußen.

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müsse, und von einer analogen Anwendung des zweiten Absatzes des
Art. 364, wie Kläger sie beanspruche, nicht die Rede sein könne, weil
hier eine Ueberschreitnng des Auftrags ratione temporis, nicht
ratione limiti vorliege.
Demnächst wurde weiter ausgeführt:
Die Klage ist, soweit sie sich auf den in Folge des Auftrags
vom 28. Mai angeblich geschehenen Verkauf stützt, nicht
begründet.
Es kann nämlich keinem Zweifel unterliegen, daß das
Commissionsgeschäft für das Verhältniß des Committenten
zum Commissionär auf einem Aufträge beruht, wie denn der
Committent im Art. 360 ausdrücklich als Auftraggeber be-
zeichnet wird.
Das Commissionsgeschäft kann aber allerdings diese
Basis verlassen.
Dieß geschieht:
1) im Fall des Art. 376 erster Absatz durch Erklärung des
Commissionärs, daß er das Gut, welches er zu verkaufen
beauftragt ist, als Käufer für sich behalten wolle.
Eine solche Erklärung hat aber der Kläger in
Bezug auf die 200 Etr. weder vor noch im Pro-
cesse abgegeben.
2) Im Fall des letzten Absatzes, wenn nämlich der Commissio-
när nicht zugleich mit der Anzeige über Ausführung des
Auftrags eine andere Person als Käufer oder Verkäufer
namhaft macht, kann durch Erklärung des Committenten
das Geschäft in ein eignes übergehen.
Aber auch dieser Fall liegt nicht vor. Der Kläger hat weder
behauptet, daß der Verklagte eine solche Erklärung abgegeben, noch
auch hat er überhaupt das Geschäft wegen der 200 Ctr. in der Klage
irgend wie als ein eignes hingestellt, man muß vielmehr nach seinen
eignen Anführungen annehmen, daß er die ihm zum Verkauf aufge-
tragenen 200 Ctr. für Rechnung des Verklagten im eigenen Namen
an einen Dritten verkauft hat.
Das Rechtsverhältniß zwischen beiden Parteien hat daher den
Boden des Auftrags nicht verlassen, und der Kläger würde also eine
Klage aus der Verkaufscommission vom 28. Mai nur auf Art. 371

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