Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

276 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

erheben, indem nicht behauptet werden kann, daß jene beiden Pferde
bei dem Vertrage ein zusammengehöriges. Ganze dargestellt
hätten; daß dieß für derartige Fälle auch bereits in den römischen
Rechtsquellen ausdrücklich anerkannt ist, und nicht mit dem Beklagten
auf den Grund eines Haftens an dem Wortlaut des Art. 1644,
welcher das Princip und den Rechtssatz nach den Verhältnissen des
einfachen Falles ausgedrückt hat, angenommen werden kann, daß dem
B.-G.-B. eine von dem älteren Recht, welches ihm in dieser Materie
zur Grundlage diene, abweichende Auffassung zuzuschreibeu sei;"
„in Erwägung, daß es der Klage ebenso wenig entgegensteht,
daß der Beklagte nur ein einziges Pferd in Tausch erhalten hat,
welches nicht theilweise zurückgeliefert werden kann; daß aus derBe-
stimmung des Art. 1707 B.-G.-B. der Ungrund jenes Einwandes
hervorgeht, indem dieser Artikel, um überhaupt Anwendung finden zu
können, die im römischen Recht und in anderen Gesetzgebungen aus-
drücklich ausgesprochene Rechtsidee voraussetzt, daß der tauschende
Contrahent in dem Bereiche dieses Artikels gleichwie ein Käufer auf-
zusassen, und dem entsprechend der andere Contrahent gleichwie ein
Verkäufer, mithin als ein solcher zu behandeln sei, welcher in dem
von ihm eingetauschten Object einen Geldwerth, gleichwie einen Kauf-
preis empfangen habe; dieser Geldwerth aber, wo, wie im vorliegen-
den Falle, die rechtliche Veranlassung dazu gegeben ist, sich durch
Schätzung ermitteln und theilen läßt;"
„daß die Richtigkeit dieser Ansicht noch dadurch bestätigt wird,
daß auf den Grund des Art. 1707 kein Zweifel darüber besteht, daß
bei dem einfachen Tausche zweier Objecte gegen einander die in dem
Art. 1644 alternativ gewährte Minderungsklage statthaft ist,
diese auf Rückgabe einestheils des Preises zu richtende Klage aber
unmöglich wäre, wenn die einzeln eingetauschte Sache nicht als ein
der theilweisen Rückerstattung fähiges Werthobject behandelt würde;"
„daß, um zu ermitteln, welche Geldsumme der Beklagte gemäß
Art. 1644 des B.-G.-B. als den bei dem stattgehabten Tauschhandel
für den gelben Hengst empfangenen Preis zu restituiren haben würde,
aus der einen Seite die Stute und der gelbe Hengst, und zwar der
letztere nach dem Werth, welchen er haben würde, wenn er nicht mit
Koller behaftet wäre, auf der andern Seite der an den Beklagten ge-
kommene Wallach zu schätzen ist, um durch diese Schätzung zu bestim-

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