Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

16 Klagerecht der Gesellschaft aus den vom Socius im eigenen Namen
der Civilisten heutzutage dahin einig, daß die Stellvertretung durch
freie Personen im Allgemeinen begrifflich zulässig und anzuerkennen
sei, und daß also der Stellvertreter, der im Namen des Ge-
schäftsherrn auftrete und abschließe, demselben unbeschränkt und
unmittelbar die Forderungen aus dem Vertrage gegen den Dritten
erwerbe, (v. Holz sch uh er, Bd. III, S.597. 860. — Sintenis,
§102, Bd. II, S. 361 sf. — Förster, §42, S. 196. — Brinck-
m a n n § 36. 38. 120, S. 127. 136. 464. — v. Savignh, Obli-
gationenrecht, Bd. II, S. 16 ff.; System, Bd. III, S. 90 ff. —
Puchta, Lehre von der Stellvertretung bei Eing. von Verträgen,
1852, S. 178. 203. — Busch, Doctrin u. Praxis über d. Gültig-
keit von Verträgen zu Gunsten Dritter, 1860, S. 8.)
Erkenntnisse aus der sächs. Praxis, welche dieser Theorie sich
anschließen, enthält dieses Archiv (Bd. I, S. 120 ff.; Bd. II,
S. 102 ff.). Auch Thöl, der im Allgemeinen.die freie Stellvertre-
tung beim Vertragsschluffe, das Contrahiren in fremder Person, für
begrifflich unmöglich hielt, (§ 25, Anm. 2, S. 144—150) nimmt
rücksichts des Institor und offenen Handelsgesellschafters eine Ab-
weichung des heutigen vom römischen Rechte insoweit an, als er
heutzutage dem Principal (Gesellschaft) ohne weitere Cession die
Klage zugesteht, sobald der institor (sooius) im Namen des Ge-
schästsherrn contrahirt hat (§ 24. 37. 38, S. 141.211.212.220).
Das Preuß. Allgem. Landrecht hat die Controverse zwei-
fellos im Sinne der jetzt herrschenden gemeinrechtlichen Ansicht ent-
schieden, indem es dem von der Stellvertretung handelnden Tit. 13,
Thl. I den Satz:
„Sachen und Rechte können auch durch Handlungen eines
Dritten erworben werden."
an die Spitze stellt. Vgl. auch § 85. 153 das. Der Factor insbe-
sondere erwirbt unmittelbar dem Principal die aus den in dessen
Namen mit Dritten geschloffenen Verträgen entspringenden Forde-
rungen (§ 543, Thl. II, Tit. 8), und der offene Handelsgesellschafter
wird, wie wir oben bemerkten, dem Factor gleichgestellt (§ 633, Thl. II,
Tit. 8).
Nicht minder hat das allg. deutsch. Handelsgesetzbuch für
den Umfang seines Geltungsgebietes den Rechtsgrundsatz:

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