Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

nach Art. 347 und der Verjährung nach Art. 349 rc. 191
einen bestimmten Sack Weizen verkaufe und von diesem zusichere,
daß er keimfähig sei.
In der That ist eine ähnliche Auffassung aufgestellt worden.
In dem Jahrbuche für gemeines deutsches Recht (Bd. 5, S. 359)
wird die Frage erörtert: ob die rein generellen Kaufverträge nach
reinem römischen Recht, abgesehen von der Einkleidung in die Form
der Stipulatio, überhaupt als klagbare Verträge galten? und bei
dieser Gelegenheit unter Bezugnahme auf das im fr. 75. § 2. D. de
V. 0. gegebene Beispiel gesagt:
„Centum modios tritici Africi boni ist doch eine rein
generelle Bezeichnung? oder müßte diese lauten: Centum
modios tritici Africi? oder gar: C. modios tritici?
Mir scheinen in allen drei Fällen „rein generelle" Be-
zeichnungen angewandt zu sein, nur daß die verschiedenen
genera von verschiedenem Umfange sind."
Von diesem Standpunkte aus muß man consequent die ädilicischen
Klagen wegen dicta et promissa beim Genuskauf ausschließen.
Denn faßt man jede der Bezeichnung des Genus beigesügte Eigen-
schaft so auf, daß dadurch eine andere engere Gattung substituirt ist,
so hat die Hinzufügung der Eigenschaft lediglich den Zweck, den Ver-
kaufsgegenstand zu bezeichnen, und beim Mangel der betreffenden
Eigenschaft wird man nicht sowohl sagen müssen:
es mangle der gekauften Sache eine vorbedungene Eigenschaft
oder wie Art. 349 es ausdrückt:
sie habe nicht die vertragsmäßige Beschaffenheit,
sondern:
sie iei eine ganz andere, als die gekaufte Sache und die
Lieferung derselben könne als Erfüllung des Kaufcontracts
überhaupt nicht angesehen werden.
So scheint auch Th öl die Sache aufzufassen, indem er (Handelsrecht,
Bd. 1, S. 291) sagt:
Das restitutorium und aestimatorium judicium setzt
vorans, daß eine species gekauft ward. Der Titel Dig.
de aed. edict. denkt durchweg an eine solche, in dieser wird
stets das gekaufte Object geliefert trotz der vorhandenen
Mängel und der mangelnden versprochenen Eigenschaften,

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