Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

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Wer hat den Schaden zu tragen, wenn bei durch

§1. Non male tractabitur, si, cum ignoraret fidejussor,
inutiliter se obligatum, solverit, an mandati actionem
habeat? Et siquidem factum ignoravit, recipi igno-
rantia ejus potest; si vero jus, aliud dici debet.
§ 2. Si, cum debitor solvisset, ignarus fidejussor sol-
verit, puto eum mandati habere actionem. Ignoscen-
dum est enim ei, si non divinavit debitorem solvisse;
debitor enim debuit notum facere fidejussori, jam
se solvisse, ne forte creditor obrepat, et ignorantiam
ejus circumveniat et excutiat ei summam in quam
fidejussit.
Hier heißt es geradezu, daß dem Bürgen, welcher an den
Gläubiger gezahlt hat, gegen den Schuldner unter gewissen Umständen
die Mandatsklage zustehe, und zwar selbst dann, wenn der Schuldner
gar kein Darlehen erhalten habe oder die Schuld, bereits wieder ab-
getragen worden war. In beiden Fällen war aber entweder gar kein
Bürgschastsvertrag vorhanden (eine Bürgschaft für eine nicht exi-
stirende Schuld ist null und nichtig) oder derselbe war ipso jure
wieder erloschen.
1. 6. v. de V. 0., 45, 1.
1. 70. § 4 D. de fidejuss. 46, 1.
pr. I. quib. mod. toll. III, 30.
1. 4. C. de fidejuss. 8, 41.
Aehnliches wie ans der!. 29 eit. folgt ans der 1.8. § 7. D. mand.
Vgl. auch Richelmann, der Einfl. des Jrrthnms auf
Verträge, S. 138.
Die von Jhering (a. a. O. S. 39 u. 44) ausgesprochenen
Grundsätze, nämlich:
„Jeder Jrrthum des Promittenten ist ein unentschuldbarer;
wer etwas verspricht, soll sich nicht irren, er irrt sich auf
eigene, nicht auf Kosten der Gegenpartei."*)
und
„Der Verkehr kann den Grundsatz der culpa in contra-
hendo gar nicht entbehren"
dürfen sicherlich Anspruch auf unbedingte Wahrheit und Anerkennung

Vgl. Richelmann a. a. O. S. 98.

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