Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

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Wer hat den Schaden zu tragen, wenn bei durch

Gefahr war ihm bei der Uebertragung des Auftrags der Natur der
Sache nach nicht angesonnen, und er konnte vernünftiger Weise bei
der Annahme des Auftrags, für dessen ordnungsmäßige Ausführung
von seiner Seite er nur die übliche Provision zu fordern hatte, auch
nicht im Entferntesten die Absicht haben, eine solche Gefahr auf sich
zu nehmen, also seinen Committenten gegen den Schaden, der in Folge
einer Nachlässigkeit des nicht haftenden Telegraphenamtes herbeige-
führt werden könnte, zu versichern. Nicht für des Commissionairs, son-
dern für des Committenten Rechnung und Gefahr sollte nach dem
Willen beider Theile das wirklich beabsichtigte Geschäft vollzogen wer-
den. Daraus folgt nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen, wie sie z. B.
1. 20, § 2 de praesc. verb. 19. 5;
1. 10. 11 Commodati 13. 6
zu entnehmen sind, von selbst, daß auch die nachtheiligen Folgen des-
jenigen Geschäfts, welches statt des beabsichtigten ohne Verschulden
des Commissionairs wirklich zum Vollzüge kam- und welches sammt
seinen Folgen nun eben nicht ungeschehen gemacht werden kann und
für welches auch ein Anderer nicht aufzukommen hat, den Commit-
tenten treffen müssen.
In Betreff der streitigen Frage, ob der bei Uebermittlung der
den Telegraphenanstalten aufgegebenen Depeschen in Folge vorge-
kommener Versehen entstandene Schaden den Absender oder Em-
pfänger treffe, wurde noch hervorgehoben:
daß der aus der Natur der Sache hergeleitete allgemeine
Grund, welchen Fuchs im Archiv für civ. Prap., XLIII,
S. 100 dafür geltend macht, daß in einem solchen weder
von dem einen noch dem andern Theile verschuldeten Colli-
sionsfalle derjenige die Gefahr übernehmen müsse, in dessen
Interesse sie veranlaßt 'worden, auch auf den vorliegenden
Fall zu Gunsten der Darmstädter Bank anwendbar ist.
§2.
Im vorerwähnten Rechtstreit war nicht eingewendet worden,
daß die Darmstädter Bank nicht gehalten gewesen wäre, den in Folge
der fehlerhaften Ausfertigung der in Paris angelangten Depesche in
größeren Beträgen geschehenen Verkauf und dadurch entstandenen
Verlust ihrem Aftercommissionair zu ersetzen, vielmehr dieser, da er

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