Full text: Volume (Bd. 5 (1865))

108 Zur Lehre von der Commauditgesellschaft, namentlich zu rc.

rung gegen den Commanditisten ein. Da der Rechtsgrund seiner
Klage dem Commanditisten gegenüber kein anderer ist, als wenn er
gegen die Gesellschaft unter ihrer Firma oder gegen einen offenen
Gesellschafter klagt, so hat der Kläger weder anzuführen, noch zu be-
weisen, daß der Commanditist noch Beträge in Händen habe, mit wel-
chen er ihm hafte. Der Commanditist hat vielmehr den Umstand,
welcher seine Haftung aufhebt oder verringert, vorzubringen und zu
beweisen."
Wo ist aber im H.-G.-B. der Satz zu finden, den v. Hahn so
ohne Weiteres hinstellt: daß der Nebengesellschafter für die Schulden
der Commanditgesellschaft ebenso haftet, wie der offene Gesellschafter
für die Schulden der offenen Gesellschaft. Im Gegentheil bestimmt
unser Art. 165, daß der Nebengesellschafter für die Verbindlichkeiten
der Gesellschaft nur mit der Einlage, und so weit diese nicht einge-
zahlt ist, mit dem versprochenen Betrage hastet. Jedenfalls ist also
doch die Verpflichtung des Nebengesellschafters nicht eine unbedingte,
wie die des offenen Gesellschafters, sondern eine auf die Einlage be-
schränkte, so daß sie niemals weiter gehen kann, als auf Gewährung
der Einlage.
Wäre also auch v. Hahn's Ansicht richtig, daß die Gesellschafts-
gläubiger ein unmittelbares Klagrecht gegen die Nebengesellschafter
haben, so gehörte doch vor allen Dingen zur Begründung der Klage
gegen den Nebengesellschafter, daß er überhaupt als Einlage soviel
zu gewähren hat, als der Gesellschaftsgläubiger von ihm fordert.
Hasteten freilich die Nebengesellschafter, wie v. Hahn sagt,
gleich wie die offenen Gesellschafter, also persönlich und mit ihrem
ganzen Vermögen (Art. 112), so käme es auch auf den Betrag der
Einlage gar nicht an. Da v. Hahn, wie oben beim Art. 150 er-
wähnt ist, die Betheiligung eines Nebengesellschafters mit bloßen
Diensten ohne Einlage von Vermögen zulässig hält, so führt dieß
dahin, daß auch ein solcher Nebengesellschafter, der nur Dienste zu
leisten hat, wegen aller Schulden der Gesellschaft verklagt werden
könnte!
Aber auch wenn der Betrag der versprochenen Einlage die For-
derung des Gesellschaftsgläubigers deckt, so würde doch zur Begrün-
dung der Klage gegen den Nebengesellschafter der Nachweis gehören,
daß er im B esitz der Einlage ist, denn dieß ist ja die Bedingung, von

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer