Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

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Großherzogthum Baden. Art. 123—132.

Haltung des Geschäftes mit Ausschluß des Unfähi-
gen besch ließen."
Im entschieden entgegengesetzten Sinne spricht sich Hahn, Com-
mentar zum dent. allg. H.-G.-B. aus zu Art. 123, S. 314: „Eine
Ausschließung eines Gesellschafters nach Art. 128 mit den in Art.
130. 131 ausgesprochenen Wirkungen findet nicht statt, wenn
gleich der Grund der Auflösung nur in der Person eines Gesell-
schafters eintritt. (No. 2 u. 3). Die Erben und Concursgläubiger
des Gesellschafters können Vornahme der Liquidation, oder
Fortsetzung des Gesellschaftsconcurses verlangen." Ebenso entschie-
den spricht er sich zu Art. 128, S. 325 aus. Er sagt sogar zu
Art. 125, daß in den Fällen des Art. 123 schon „der Eintritt gewisser
Thatsachen die Gesellschaft ipso jure auflöse." Daß in letzterem
Punkte Hahn Unrechts hat, weist Kräwel (Archiv, Band IV.) in
seinem Aufsatze: „Zur Erläuterung der die offene Gesellschaft be-
treffenden Artikel des allg. deut. H.-G.-B." bis zur Evidenz nach in
der Erläuterung desArt. 123, S.49flg. — Makower, das allg.
deut. H.-G.-B. unterscheidet in Note 15 zu Art/ 123 zwischen zwei
Arten von Aufhebungsgründen, nämlich solchen, „welche v on Rechts-
wegen die Auflösung der Gesellschaft nach sich ziehen, weil sie das
Wesen des Gesellschaftsvertrages zerstören, und solche, welche nur
ein Recht der einzelnen Mitglieder begründen, die Auflösung
der Gesellschaft zu verlangen, weil es ihnen gegenüber ein Unrecht
wäre, wenn sie unter den vorliegenden Umständen gezwungen würden,
bei dem Vertrage stehen zu bleiben." Zu den Letzteren zählt er die
Fälle des Art. 125, und zu den Erfteren die Fälle des Art. 123,
Z. 1. 2. 3. Im Wesen der Sache theilt er somit die Ansicht Hahn's,
und muß von demselben Grunde ausgehend die Anwendung des
Art. 128 auf Fälle des Art. 123 consequenter Weise auch verneinen,
obschon er sich speciell über diese Frage in der Note 13 zu Art. 128
nicht ausspricht. Er scheint als etwas Selbstverständliches anzu-
nehmen, daß Art. 128 sich nur auf Fälle des Art. 125 bezieht, und
zwar consequent zu seiner Erklärung in Note 1a, daß die Art. 127.
128, welche eine partielle, nur auf einzelne Gesellschafter sich be-
schränkende Auflösung der Gesellschaft zulaffen, Ausnahmen
seien, welche dem Wesen der offenen Handelsgesellschaft nicht ent-
sprechen. Denn diese Handelsgesellschaft, sagt Mako wer, „wird

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