Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

Königreich Württemberg.

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Vergl. Unterbotener, 1. c. § 347.
Jedenfalls wird die Richtigkeit desselben nicht näher begründet,
nnd die allein für denselben angeführte Gesetzesstelle
1. 25, § 3. D. 42, 8,
beweist für denselben nichts. Die verschiedenen Erklärnngsver-
snche bei
Sintenis, Civilrecht, 2. Anflage, Bd. II, § 124, Note 30;
Huschke n. Linde, Zeitschrift für Civilrecht nnd Proeeß,
Bd. 14, S. 63,
nnd bei Unterholzner selbst,
Schnldverhältnisse II, S. 96, Note i,
welche davon ansgehen, daß nnter dem Selaven, welcher zn empfangen
beauftragt wnrde, der Sclave des für nicht haftbar erklärten äominns
zn verstehen sei, sind genöthigt, die in dieser Stelle gegebene Entschei-
dnng von einschränkenden, in der Gesetzesstelle selbst nicht ansge-
drückten Voranssetznngen abhängig zn machen, weil andernfalls ein
Widersprach mit den allgemeinen Grnndsätzen über den Erwerb dnrch
Sclaven (vgl. 1. 6, § 12. D. 42, 8) entstehen würde. Die richtige
Dentnng dieser Stelle geht dahin, dieselbe ans den Fall zn beziehen,
wenn der Proenrator ohne Wissen des Geschäftsherrn seinem eige-
nen (d. h. des Proenrators, nnd nicht des Geschäftsherrn) Selaven
befiehlt, von dem Schnldner etwas zn empfangen. Bei dieser Aus-
legnng steht die betreffende Stelle mit den allgemeinen Rechtsgrund-
sätzen im Einklang, dagegen beweist dieselbe nichts für den von
Unterholzner ausgestellten Satz.
Demzufolge sind auch die Sätze bei
Wind scheid, Lehrbuch des Pandektenrechts, II, §463, bei
Note 1 und 16,
daß unter gewissen Voraussetzungen auch derjenige hafte, zu
dessen Gunsten die Vermögensverminderung vorgenommen
wurde; sowie
daß der Dritte, zu dessen Gunsten die Vermögensvermin-
derung vorgenommen wurde, falls er die frans gekannt hat,
ohne Rücksicht daraus hafte, ob er das den Gläubigern Ent-
zogene jemals gehabt hat,

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