Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

Königreich Württemberg. Art. 337 flg.

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Zu Art. 337 flg.
Eigenthumsübergang beim Kaufe von Waaren. Con-
stitutum possessorium.
In der Ationssache zwischen der Gantmasse des Kaufmanns
W. B. in St., Klein Antin, und dem Oelmüller Fr. K. in B., Bekl.
Aten, Eigenthumsansprüche auf 4 Fässer Rüböl betreffend wurde
unter dem 14. Februar 1868 der Bekl. (offene Handelsgesellschaft
zum Betriebe einer Oelmühle) von W. B. in St. (Agentur- und
Commissionsgeschäft) brieflich ersucht, für des letzteren Rechnung an
I. B. in M. (Tuchfabrik) 10—12 Centner Rüböl zu versenden,
wofür billigst gestellte Factura an W. B. zu übergeben sei. Am 15.
gl. M. führte der Beklagte diesen Auftrag dahin aus, daß er 4 Fässer
Rüböl im Gewicht von 13691/» Pfd. Brutto per Bahn an B. in M.
absandte. Hievon gab der Beklagte mit Schreiben vom gleichen Tage
dem W. B. Nachricht, wobei er bemerkte:
„Ich würde dem I. B. das Oel nicht gesendet haben, wenn Sie
es nicht auf Ihre Rechnung bestellt hätten."
Zugleich wurde dem W. B. Factura zugeschickt, in welcher ge-
sagt ist:
„sende Ihnen auf Ihre Rechnung und Gefahr zu Ihrer Ver-
fügung au Hrn.>J. B. in M. netto 11311/2 Pfd. Rüböl ü fl. 21.
= 237 fl. 37 kr.
Mit diesem Kaufschillinge wurde sofort auch B. in den Handels-
büchern des Bekl. belastet.
Es ist nicht behauptet, daß das Schreiben des Bekl. v. 15. Febr.
und die demselben angehängte Factura in die Hände des Adressaten
W. B. gelangt seien, weil derselbe am gedachten Tage von St. ent-
wichen und erst nach Einleitung des Gantverfahreus gegen ihn wieder
dahin zurückgekehrt ist, dagegen hat der Handlungsgehülfe des W. B.
jenes Schreiben in Empfang genommen und nach dessen Eröffnung
in den Büchern des B. den Beklagten für den berechneten Preis er-
kannt und im Versandtbuch die Lieferung des Oels an I. B. in M.
eingetragen und diesen mit dem Preise von 211/2 fl. pr. Centner
belastet.
Die 4 Fässer Oel kamen in M. am 16. Februar an, der Desti-
natär I. B. bemerkte jedoch auf dem ihm abgegebenen Frachtbriefe
s. d. 22. Februar:

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