Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

Königreich Württemberg. Art. 324. 342. 345.

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treffen, wenn eine Handelsgesellschaft vorliegt oder die
Voraussetzungen des Art. 269, Abs. 2 des H.-G.-B.s zu-
trefsen.
In der Ationssache zwischen dem Gerber F. Sch. in U., Bekl.
Wkl. Anten, und dem Schultheißen H. von O. und G. C. von B.,
Kl. Wbekl. Aten, Erfüllung eines Kaufvertrags in der Vorklage und
Lagergeldsforderung in der Widerklage betreffend, sind die Parteien
darüber einig, daß der Beklagte, nachdem er davon in Kenntniß gesetzt
war, daß in O. Rinde zum Verkauf liege, sich an einem der letzten
Tage des Juni 1867 daselbst einfand; daß die in der Zehntscheuer
lagernde Rinde, bestehend in zwei von dem Bekl. als 15' hoch und
15' tief bezeichnten Haufen und einem weiteren auf dem Boden
ausgebreitet liegenden Quantum, ihm von dem Mitkl. Schultheiß H.
vorgewiesen wurde; daß sich Beide sodann in das Wirthshaus be-
gaben und daß dort zwischen dem Bekl. und den beiden Klägern ein
Kauf zu Stande kam, wornach Beklagter für das ganze Quantum per
Bausch und Bogen die Summe von 650 Fl., nachdem das ganze
Quantum nach U. geliefert sein würde, zu bezahlen sich anheischig
machte. Weiter wurde verabredet, daß die Kläger die Kosten des
Transports der Rinde auf sich zu leiden haben sollten und daß ein
Theil derselben demnächst nach U. zu verführen sei, der Rest aber
vorerst in O. liegen zu bleiben habe. Am 15. Juli kam ein Theil der
Rinde (3 Wagen voll) in U. an, wurde dort vor der Scheune des
Beklagten abgeladen und ist jetzt in dieser Scheune aufbewahrt. Der
Rest (circa 5 Wagen) liegt noch in O.
Beide Rindenquantitäten, sowohl die in U, als die in O. lagernde,
wurde durch Sachverständige untersucht, die sich dahin ausgesprochen
haben, daß sämmtliche Rinde theils ganz, theils wenigstens theilweise
zum Gerben unbrauchbar sei, und daß die Mängel, aus denen diese
Unbrauchbarkeit entstanden sei, nämlich Regenwetter zur Schälzeit
und feuchtes Einlagern, zur Zeit des Vertragsabschlusses schon vor-
handen und erkennbar gewesen seien.
Die ungeachtet dieses Augenschein-Erfundes erhobene Klage auf
Bezahlung des Kaufschillings mit 650 Fl. nebst Zinsen daraus vom
1. September 1867, dem Tage an gerechnet, an dem unter regel-
mäßigen Verhältnissen die Maare hätte abgeliefert sein müssen, wo-
gegen kein Einwand erhoben wird, stützen die Kläger

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