Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

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Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 785. 789 flg.

Der Umstand, daß dem Hamburgischen Handelsge-
richte Bekanntschaft mit dem, was in dieser Beziehung in
Holland üblich sein mag, beiwohnt, vermag der Existenz
jener holländischen Clause ln den Charakter der No torität
für die hamburgische Assecuranz-Börse nicht zu verleihen.
Eine Versicherungs-Gesellschaft, welcher das Reasse-
curiren geläufig, wird sich nicht mit Einsendung monat-
licher Listen ihres Agenten begnügen.
Die gesetzliche Haftbarkeit des Rückversicherers nach
Maßgabe der Bedingungen der Hauptversicherung ist kei-
nesweges eine so ausgemachte Sache, um eine ausdrück-
liche Bestimmung darüber in der Rückversicherungspolice
in den Augen der Contrahenten als etwas Ueberflüssiges
erscheinen zu lassen.
Die Bestimmung der Prämie gehört unzweifelhaft zu
denjenigen Theilen des Rückversicherungsvertrages, für
welche nicht die Hauptpolicen, sondern lediglich die zwi-
schen Rückversicherer und Rückversicherten getroffene Sti-
pulation maßgebend ist.
Beim Handelsgerichte ist folgende Klage angestellt:
Kläger hat ausweise Police Anl. 1 aus das Casco des Schiffes
Flora, Capt. von der Whck, im Juli des Jahres 1857 Bco.F 2778
nach den Bedingungen des neuen allgemeinen Plans für die Reise
von Hongkong via Java nach den Niederlanden versichert. Der Ver-
sicherte, W. Schernikau hierselbst, zeigte dabei an, es sei dieß eine
Rückversicherung, zu welcher ihm Ordre aus Tiel vom 1. Juli
1857 geworden sei und verpflichtete der Kläger sich, im Schadensfälle
xro rata der von ihm versicherten Summe zu ersetzen, was nach „der
holländischen" Police auf die ursprüngliche Versicherung bezahlt wor-
den. Obwohl im Wortlaut der Police eine dahin gehende Erklärung
des Versicherten nicht ausgenommen worden, so war es dem Kläger
doch wohl bekannt, daß Schernikau diese Rückversicherung für die
niederländische allgemeine Versicherungsgesellschaft in Tiel schloß,
deren Agent er damals war, und es wird Solches durch den als Anl. 2
beigebrachten Auszug einer Correspondenz zwischen der genannten
Gesellschaft und W. Schernikau zur völligen Gewißheit. Kläger be-
merkt hier, daß dieser Auszug, wie einem wohllöblichen Handels-

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