Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

362 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 740.
Auf beklagtische Appell, erkennt das Obergericht am 12. Feb. d. I.
Da, anlangend die gerügte Dunkelheit, die von einem vertäuet
liegenden Fahrzeuge wegen Collision gegen ein in der Fahrt be-
griffenes Fahrzeug anzustellende Klage häufig nicht wohl anders, als
im vorliegenden Falle geschehen, construirt werden kann, weil die
Beranlassung der objectiv erkennbaren, durch das in der Fahrt be-
griffene Fahrzeug zu Wege gebrachten Beschädigung dem Beschädigten
nicht nothwendig erkennbar gewesen sein muß, während dem Führer
des beschädigenden Fahrzeuges diese Veranlassung, sei es, daß sie einer
höhern Gewalt, einem Verschulden des Beschädigten oder einem von
dem beschädigenden Fahrzeuge zu verantwortenden Umstande beizu-
messen sein mag, nicht ohne eignes Verschulden entgangen sein kann;
da demnach dem Erkenntnisse a quo darin beizutreten ist, daß
die Klage durch die Behauptung einer von einem in der Fahrt be-
griffenen Schiffe zugefügten Beschädigung für soweit genügend sub-
stantiirt erachtet werden muß, daß der Vertretung des beschädigt
habenden Schiffes eine Einlassung auf die Klage d. i. eine Darlegung
der Veranlassung, welcher die Collision beizumessen ist, zur Pflicht zu
machen ist, wiewohl ohne daß dadurch der späteren Vertheilung der
Beweislast präjudicirt würde;
da diese Vertretung der Collision zunächst dem derzeitigen Führer
des Schiffes mit vollem Rechte angesonnen wird, auch die beiläufige
klägerische Erwähnung, daß erzählt worden, die Luer sei gesprungen
und dadurch die Collision veranlaßt worden, darin nichts ändert, weil
diese Erwähnung eine nicht der Controle des Klägers, sondern der
Controle des Beklagten unterstehende Thatsache betrifft, deren Geltend-
machung dem Beklagten mittelst der ihm obliegenden Einlassung
unbenommen bleibt:
daß das handelsgerichtliche Erkenntniß a quo vom 7. Januar
d. I. unter Verwerfung der beklagtischen Beschwerdeführung
und unter Verurtheilung des Beklagten Appellanten in die Er-
stattung der Kosten der Appellationsinstanz, seinem dispositiven
Theile nach zu bestätigen und die Sache zum weiteren Ver-
fahren an das Handelsgericht zu remittiren.
In Sachen Ebeling & Co. und Th. H. Eggers, Kläger, gegen
I. H. A. Knop, Beklagten.

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