Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 740.

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von eintretenden ganz besonderen Fällen, welche nur als Ausnahme
und als ganz besondere Ereignisse angesehen werden, der Admiralitäts-
lootse ohne Weiteres die Direction hat und seinerseits den Cours
angibt rc. rc.
Und sodann ist dieses als unser Recht für diese Lootsen von allen
Schriftstellern anerkannt, siehe Klefecker, Bd. I, § 22, S. 21:
„weshalb sie (die Piloten) denn auch, sobald sie an das Schiff über-
treten, ohne Schiffers und Steuermanns Einreden, von der Regierung
des Schiffes Meister werden."
Langenbeck, (2. Aust.), S. 446, § 29;
vgl. Schuback, Strandrecht, I, S. 356;
Pohls, S. 376. 360.
Es ist noch gesagt worden, selbst wenn die oben angeführten
Verordnungen den in ihnen gefundenen Inhalt aussprechen sollten,
könnte das doch diese Rechtsfolgen nicht haben, weil dieselben nicht
auf Rath- und Bürgerschluß beruhten. Einmal ist dem nicht so, denn
gezeigter Maßen ist seit jenen Zollverhandlungen vo» 1823 die Loots-
pflichtigkeit für Schiffe über beziehentlich 20, 40 und 60 Commerz-
last in Beschlüssen von Senat und Bürgerschaft ausgesprochen.
Sodann aber ist diese Anordnung des Lootsenwesens von jeher vom
Senate ausgegangen und als demselben zuständig angesehen.
Siehe die sämmtlichen oben angeführten Pilotage- und
Loots-Berordnungen von 1639 an.
Wenn endlich vorgekommen ist, daß nicht constire, daß der Lootse
der Griffon die in Frage kommenden Manöver ungeordnet habe, so
kann hierauf, weil dieses Vorbringen, sowie dasselbe stattgefunden,
in keiner Weise genügend snbstantiirt ist, nicht weiter eingegangen
werden.
Zunächst ist immer davon auszugehen, daß ein an Bord be-
findlicher Zwangslootse die Führung hatte und erscheint es als eine
Replik gegen die durch Constatirung solcher Anwesenheit substantiirte
Einrede, daß bei dem Unfall diese Führung behindert gewesen sei oder
nicht stattgefunden habe, welche Replik durchaus unsubstantiirt ist.
Siehe übrigens auch den Fall Schmilinskh & Co. gegen
Cellier & Parrau, in welchem vom Handelsgerichte er-
kannt ist unter dem 8. Juni 1867 (Gerichtszeitung,
S. 210);

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