Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 736 341
schuldete Collision ihm verursachte Aufwand oder Verlust, welcher
den Umständen nach nicht vermeidlich war, zu ersetzen.
2) Anlangend die einzelnen Ansätze, so ist die von dem Handels-
gerichte ausgegangene Behandlung derselben mit Recht von dem
Obergerichte verlassen worden. Der Kläger selbst hat nur behauptet,
durch die seitens des beklagtischen Schiffes dem seinigen zugesügte
Beschädigung genöthigt worden zu sein, für gewisse Geschäftsbesor-
gungen Vertreter bestellen und diesen Vergütungen gewisser Größe,
deren Erstattung er beantrage, machen zu müssen. Gewiß ist ein
solches Verfahren statthaft und die richterliche Beurtheilung des Vor-
bringens hat sich auf die Nothwendigkeit und eventualiter Schätzung
der angegebenen verschiedenen Geschäftsausführungen zu richten;
nicht aber kann von den Angaben des Klägers abgesehen und eine
andere Art der Geschäftseinrichtung, welche der Kläger nach der An-
sicht der Richter hättestvählen können, deren Kosten überdieß nach
der im Handelsgerichts-Erkenntnisse zu Grunde gelegten Schätzung
größer gewesen sein würden als die vom Kläger den Beklagten zur
Last gebrachten, an die Stelle der klägerischen Schadens-Aufstellung
gesetzt werden. — Eventualiter würde indessen auch darin dem Ober-
gerichte beigepflichtet werden müssen, daß die Bestellung eines ohne
Weiteres mit zwei Procent vom Werth des Schiffs und der Ladung
zu honorirenden Agenten oder Commissionärs für die Ausführung der
durch die Beschädigung des klägerischen Schiffes nothwendig gewor-
denen Besorgungen durchaus unangemessen gewesen sein würde. Der
Umstand, daß Schiffs- und Ladungs-Interessenten in manchen Fällen,
wenn Havariesachen in ausländischen Plätzen abgewickelt werden
müssen, in Folge eines Nothstandes in die Lage kommen, abgesehen
von dem Umfang der Mühewaltungen der Havarie-Commissionäre,
diesen gewisse Procente des Werths von Schiff und Ladung zahlen
und dadurch unter Umständen unverhältnißmäßig schwere Opfer
bringen zu müssen, ist ungeeignet, bei den einheimischen Angelegen-
heiten, als maßgebend betrachtet zu werden.
Im Einzelnen hat das Obergericht den Ansatz
a) 5 Procent für Vorschuß und Auszahlung dem Kläger
zugesprochen. Daß die Rhederei des Linne Jemanden in Hamburg
bestellen mußte, um die erforderlichen Gelder vorläufig herzugeben
und die Auszahlungen zu machen, ist, des allgemeinen Widerspruchs

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