Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

300 Bezirk des O.-A.-GerichtS zu Lübeck. Art. 504. 634.
zur Anwendung kommen müsse, so würde man doch immer nur zu der
Annahme gelangen, daß von den klägerischen 359 Ballen ßO1^ an
der irländischen Küste geblieben seien; die Annahme, daß von diesen
359 Ballen 270 in Liverpool angelangt und dort verkauft seien,
würde nichtsdestoweniger als unbegründet betrachtet werden müssen.
Werden bewegliche Sachen dergestalt mit einander verbunden, daß sie
sich nicht mehr von einander trennen lassen, so muß jede der ver-
bundenen Sachen als untergegangen betrachtet und angenommen
werden, daß sie zusammen eine neue Sache bilden. Diese Annahme
liegt den Rechtsregeln zu Grunde, welche von der confusio und
commixtio gelten —
vgl. Windscheid, Pandekten, 2. Aufl. (1867), § 199 —
andererseits tritt aber auch, wenn diese Regeln hier zur Anwendung
gebracht werden, die Richtigkeit der Voraussetzung, daß mit der Ver-
mischung der Ballen das Eigenthum-an denselben aufgehört haben
würde, deutlich hervor. Nach diesen Regeln würden die 814 Ballen
in das gemeinschaftliche Eigenthum sämmtlicher Ladungsinteressenten
übergegangen sein und es hätte diese communio, wenn man sie nicht,
wie geschehen, durch Verkauf der Waare und verhältnißmäßige Ver-
theilung des Erlöses hätte auflösen wollen, eine solche Vertheilung
der Waare selbst zur Folge haben müssen. In dem letzteren Fall
würden Kläger auf ihr Connossement nicht die für sie verladene Baum-
wolle, sondern ein Gemisch von dieser und fremder Baumwolle er-
halten haben, Kläger hätten ferner, wenn ihre Baumwolle von
besserer Qualität gewesen wäre, als die der übrigen Betheiligten, ein
größeres Quantum, wenn ihre Baumwolle dagegen die schlechteste
gewesen wäre, ein geringeres Quantum, als für sie abgeladen war,
erhalten müssen, es würde endlich — und das scheint hier entscheidend
— durch den Verkauf des den Klägern überlieferten Quantums und
die Vergleichung des Verkaufserlöses mit dem Werth, den die ver-
ladene Waare im unbeschädigten Zustand gehabt haben würde, nicht
festgestellt worden sein, wie viel die für die Kläger verladenen
Waaren in Folge der erhaltenen Beschädigung an Werth verloren
haben, sondern wie viel die den Klägern gelieferte, nicht für sie be-
stimmte Waare weniger Werth war, als die für sie bestimmte, wenn
dieselbe im unbeschädigten Zustande den Bestimmungshafen erreicht
hätte. Es würde demnach, wenn man auch in dem Fall von einem Total-

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