Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

Bezirk des O.-A.-GerichtS zu Lübeck. Art. 504. 634. 297
beugen, daselbst ohne Verzug zum Verkauf gebracht werden müssen;
eine Vorschrift des Inhalts, daß Güter, welche unterwegs eine Be-
schädigung erlitten haben, unter allen Umständen, also auch dann,
wenn augenscheinlich oder nach dem Gutachten Sachverständiger das
Interesse des Eigenthümers die Weiterbeförderung nach dem Be-
stimmungshafen erheischt, fördersamst von dem Schiffer zum Verkaufe
gebracht werden müssen, gilt weder jetzt hierorts, noch hat eine solche
Vorschrift vor Einführung des Handelsgesetzbuchs hierorts gegolten,
und ebensowenig möchte ein Gesetz dieses Inhaltes bei anderen see-
fahrenden Nationen sich auffinden lassen.
Vgl. allgem. deutsches H.-G.-Buch, Art. 504..634;
Machlachlan, on the law of merchant shipping,
S. 141—143;
Spanisches Handelsgesetzbuch, § 976—979;
Unvereinbar mit der jedem Versicherten obliegenden Pflicht,
thunlichst für Abwendung und Minderung eines Schadens zu sorgen,
würde es aber jedenfalls sein, wenn man demselben, falls er zeitig
genug Kunde davon erhält, daß seine Güter an einem Zwischenplatz
beschädigt gelöscht worden, verstatten wollte, die Güter von dem
Schiffer sich ausliefern zu lassen, und an dem Platz, an dem sie sich
befinden, auch dann für Rechnung des Versicherers zum Verkauf zu
bringen, wenn dieser Platz als ein ungeeigneter Markt für die Waare
betrachtet werden müßte und die Beförderung nach dem Bestimmungs-
hafen unschwer sich bewerkstelligen ließe,
vgl. Arnould, 2. Aufl., S. 990 flg.,
Ein solches Recht des Versicherten kann namentlich auch daraus
nicht hergeleitet werden, daß in den §§ 113 und 114 des allgemeinen
Plans nur von der Weiterbeförderung unbeschädigter Güter die
Rede ist; aus dem sonstigen Inhalt dieser Paragraphen geht hervor,
daß man in denselben die Frage, ob nicht unter Umständen auch be-
schädigte Güter weiter zu befördern seien, keineswegs entscheiden
wollte. — Es kann hiernach ganz dahingestellt bleiben, ob der Ver-
sicherte die Weiterbeförderung der versicherten Güter bis zu ihrem
Bestimmungsort deshalb als ein ihm nachtheiliges Ereigniß dem Ver-
sicherer gegenüber darstellen kann, weil er in Folge davon, daß, je
nachdem beschädigte Güter den Bestimmungshafen erreichen oder
nicht, der Schade an denselben verschieden berechnet wird, im gegebenen

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