Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 16 (1869))

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Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 348.

haupteten Thatsache ankommt, daß die Beklagten eine an Güte ge-
ringere Waare verladrn, als sie laut Contract zu liefern hatten und
daß die verladene Waare einen um 830 Thlr. 27 Sgr. oder wie viel
weniger sonst geringeren Werth gehabt habe, als eine der contractlichen
Verabredung, also eine mindestens an Güte dem eingesandten Kaus-
muster entsprechende Waare gehabt haben würde;
da es dabei ersichtlich neben dem Kaufmuster nur auf die Schiffer-
oder Abladeprobe ankommen kann, weil die Beklagten in Dresden zu
liefern, die Kläger also die Gefahr der Reise zu tragen hatten und sie
wegen einer etwa hier Vorgefundenen Abweichung der Ladung von der
Abladeprobe sich an den Schiffer zu halten hatten;
da die Kläger es nun unterlassen haben, sofort nach Ankunft der
Abladeprobe deren Beschaffenheit und Verhältniß zur Kaufprobe auf
gehörige Weise (onstatiren zu lassen-, indem die von ihnen in einem
zwischen ihnen und Ernst Hertz schwebenden Geschäfte herbeigeführten
Schiedssprüche nicht als eine den Beklagten gegenüber vorgenom-
mene Procedur gelten können;
da unter solchen Verhältnissen die Kläger die Beweislast zu
übernehmen haben:
daß Kläger schuldig seien, unter gestatteter Benutzung des schon
Beigebrachten, soweit dienlich, innerhalb 8 Tagen nach Rechts-
kraft dieses Erkenntnisses, den Beklagten Gegenbeweis vor-
behältlich, bei Verlust der Beweisführung folgende Beweise
anzutreten:
1) daß der von den Beklagten an sie von Dresden in 2 Kähnen
mit Schiffer Richter im Novbr. 1867 abgeladene Weizen
von geringerer Güte als die Kaufprobe und von geringerem
holländischen Gewicht als 128 bis 130 Pfd. gewesen ist und
2) daß der abgeladene Weizen wegen geringerer Güte gegen die
Kaufprobe einen Minderwerth von 5 Thl. Hamb. Court,
ü, 3 F pr. Last und wegen geringeren holländischen Gewichts
einen solchen von 2 Thlr. Hamb. Court, a 3 F pr. Last,
oder einen wie viel wenigeren Minderwerth gehabt habe.
Nach beendigtem Beweisverfahren soll sodann weiter was
Rechtens erkannt werden.

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