Full text: Volume (Bd. 16 (1869))

Bezirk des O.-A -Gerichts zu Lübeck. Art. 34.

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führung und unter Verurtheilung des Klägers, Appellantens,
in die Erstattung der Kosten der Appellations-Instanz zu be-
stätigen.
In Sachen Ed. Schäffer, Klägers, c. Joh. Julius Lomer, Be-
klagten.
Zu Art. 34.
Beweiskraft der in kaufmännischer Weise geführten
Bücher eines Handwerkers.
Erkenntniß des Handelsgerichts vom 17. Juni 1868.
Da das vom Kläger vertretene Geschäft ersichtlich für ein
solches gehalten werden muß, daß die Bücher desselben wirkliche
Handelsbücher sind, auch nach Maßgabe der in Gelebung Erkennt-
nisses vom 11. März d. I. abgegebenen beklagtischen Erklärung Be-
klagter als ein solches Geschäft betreibend gelten muß, in welchem
eine regelmäßige Buchführung erforderlich ist, wie denn auch beide
Parteien kein Bedenken getragen haben, diesen Theil der zwischen
ihnen obschwebenden Differenzen im Handelsgericht zum Austrag zu
bringen, während sie wegen eines anderen Theiles bei der Prätur
processiren;
da die klägerischen Bücher sowohl in durchaus kaufmännischer
Weise geführt sind, als auch in genauer Ordnung sich befinden und
tadellos erscheinen;
da die beklagtischen Bücher dagegen als Notizen für den Be-
klagten von Werth sein mögen, worauf es hier nicht ankommt, aber
durchaus aller Merkmale entbehren, wegen welcher Handelsbüchern
die ihnen zuerkannte Beweiskraft zukommt;
da auch der Umstand, daß die Zahlungen in der Weihnachts-
woche 1865 nicht einzeln aufgeführt sind, von Relevanz nicht erscheint,
indem sehr wohl solche Zahlungen zunächst auf Zetteln notirt sein
können, ohne daß darum die Bucheintragung ihre Beweiskraft verlöre;
da demnach sowohl nach Maßgabe Art. 34 als wegen des durch
die in strictester Ordnung befindlichen Bücher überhaupt gelieferten
Beweises Kläger zu einem Erfüllungseid zuzulassen ist.
In Sachen G. Kronenwerth, Schneidermeister, als Uebernehmer
der früheren Firma Herbst & Kronenwerth, Klägers, gegen C. A.
Nowatzkh, Schneidermeister, Beklagten.

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