Full text: Volume (Bd. 13 (1868))

Praktische Bemerkungen zum Eisenbahnrechte rc. 483
von Eisenbahnen für benachbartes Privat-Grund-Eigenthum herbei-
geführten Nachtheile zu solchen Beschädigungen gehörten, für welche
das Gesetz Gewähr leiste, vielmehr dahin nur diejenigen Benach-
theiligungen gerechnet werden könnten, welche in privatrechtlichem
Sinne als Schäden, resp. Beschädigungen angesehen werden müßten rc.
9. Ist ein Eisenbahn-Uebergang nachlässig, resp. gegen die Regeln
derEisenb.-Baukunst erbaut, und einPferd bleibt,weil,wie in dem vor-
liegenden Falle, die Uebergangsschiene ein paar Linien über die Unterlage
hinaus in die Spurweite hinein ragt, in den Schienen hängen und bricht
ein Glied, so haftet die Bahn für diesen Schaden. Erk. desOberappell.-
Ger. zu Mannheim von 1850.—Koch, a. a. O., § 65, Anm. 7, S. 153.—
10. Die Angabe eines auf der Bahn am Fuße Verletztem, daß
er durch den geminderten Gebrauch seiner Füße an der Uebernahme
irgend einer einträglichen Handlungs- Geschäftsführer-Stelle ver-
hindert sei, wurde in einem Erk. des Oberhofger. zu Mannheim nicht
für genügend angesehen, weil Kläger nicht wahrscheinlich gemacht,
daß er überhaupt in nächster Zeit eine solche Stelle suchen würde,
vielmehr zugegeben, daß er lange in seines Vaters Geschäft nicht ent-
behrt werden könne. — Koch, a. a. O., Anmerk. 10, S. 154. —
11. Ein Frachtbrief zu einer Qantität Getreide lautete: „An
Herrn S. zu Helmershausen, Station Cassel an der Main-Weser-
bahn.^ Der betreffende Beamte der letztern in Cassel nahm Helmers-
hausen als Bestimmungsort an, und ließ das Getreide dahin weiter
gehen. Der Aufgeber mußte nun dasselbe wieder zurück nach Cassel
kommen lassen, und verlangte die dafür bezahlten 70 Thlr. restituirt.
Das Obergericht zu Cassel verurtheilte auch unterm 20. Oct. 1857
die genannte Bahn in dieses Libellat, weil der Beamte, dem bekannt
sein müsse, daß nicht der Wohnort des Adressaten, sondern die im
Frachtbrief genannte Station der Bestimmungsort sei, durch seine
ungerechtfertigte Interpretation, die unrichtige Beförderung veranlaßt
habe. Das Oberappell. - Gericht zu Cassel bestätigte am 7. Mai
1858 diese Entscheidung. — Koch, a. a. O., Anl. XIII, S. 156 flgg.
verb. mit § 45, Anm. 6, 2. Th., S. 160. —
12. Auf dem Pinneberger Bahnhof wurde ein zur Weiter-
beförderung nach Altona zu Wagen angekommenes Gebind Sprit
von diesem durch zwei vom Bahnhofsverwalter dazu befehligte Bahn-
hofsarbeiter abgeladen. Die Strichleiter (Srotleiter) brach, das

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