Full text: Volume (Bd. 13 (1868))

Praktische Bemerkungen zum Cisenbahnrechte rc.

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lichen Verdienst von 1500 bis 2000 Gulden gehabt habe — Koch,
a. ö. O., Anl. XYIIIa, S. 211. —
6. Dasselbe Gericht verurtheilte gleichzeitig die Frankfurt-Ha-
nauer Bahn zu den Heil-Verpflegungskosten und Geschäftsversäum-
niß eines durch denselben Unfall Verletzten. — Koch, a. a. O., Anl.
XVIII <3, S. 219. —
7. Ein Reisender war Nachts in dein unerleuchteten Elms-
horner Bahnhofe ausgestiegen, im Finstern in eine von Altona
komruende Locomotive gerathen und überfahren worden, in dessen
Folge ihm beide Beine amputirt werden mußten. Das Oberappel-
lationsgericht zu Kiel nahm — 14. Novbr. 1857 — die Entschä-
digungsverbindlichkeit der Altona-Kieler Bahn im Allgemeinen zwar
an, legte aber dem Kläger vor einer Endentscheidung noch den Be-
weis über einen Nebenumstand auf. — Koch, a. a. O., Anl. XXa,
S. 231. -
8. Ein bereits oben mitgetheiltes Erk. v. 8. Mai 1858 des Franks.
Appell.-Ger. sprach sich übereinen an die Frankfurt-Hanauer Bahn ge-
machten Anspruch, in Uebereinstimmung mit zwei vorhergehenden Ent-
scheidungen, sehr eingehend im Wesentlichen dahin aus: weil Eisenbahn-
Unternehmer nicht blos hinsichtlich der ihnen zur Beförderung überge-
benen Güter, sondern auch hinsichtlich der zur Mitreise aufgenommenen
Personen ein Vertragsverhältniß eingehen, in dessen Folge sie, gerade
wegen der Gefährlichkeit des Transportmittels, die größte Vorsicht
und Sorgfalt für die Sicherheit dieser Personen anzuwenden ver-
pflichtet sind; so hat die genannte Bahn dem bei einem Entgleisen
beschädigten Kläger die für Arztlohn, Heilmittel, Wärterlohn, Bäder,
verdorbene Kleidungsstücke geforderten Ausgaben, sowie ein Schmer-
zensgeld zu gewähren — Koch, a. a. Anl. XVIIIb, S. 184. —
9. Ein Locomotiven - Lehrling der Magdeburg-Halle-Leipziger
Bahn stand auf seiner zum Abgänge bereiten Locomotive, wurde aber
durch den Anstoß des daher kommenden Magebnrg- Halberstadter
Zuges niedergeworsen und schwer verletzt. Das Kreis- und Stadt-
gericht zu Magdeburg verurtheilte am 16. Febr. 1865 die beklagte
erstgenannte Bahn in Gewährung seines Gehaltes so lange, bis der
Kläger wieder im Stande sei, seinen Dienst zu versehen, weil die
Beklagte den ihm nach § 25 des preuß. Eisenb.-Ges. vom 3. Novbr.
1838 obliegenden Beweis eines unabwendbaren äußeren Zufalls

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