Full text: Volume (Bd. 13 (1868))

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Abhandlungen.

Anmerk. 20 a, S. 158 nimmt sich jedoch der Entscheidung an, weil
die Nachzahlung als Conventionalstrafe anzusehen sei, was jedoch
etwas gezwungen zu sein feint. — Ein
2. um das Fahrgeld sich handelnder Rechtsfall ist folgender.
Der bekannte Classen-Kappelmann zu Köln hatte das Fahrgeld für
die Fahrt einer ziemlichen Anzahl von Personen vollständig bezahlt;
die Fahrt konnte aber, wegen polizeilichen Einspruchs, nicht statt-
sinden; nichts desto weniger wurde die Rückzahlung des Fahrgeldes
verweigert. Das Handelsgericht zu Köln wies in einem Erk. vom
27. April 1866 Kappelmann mit seiner Klage gegen die betreffende
Actiengesellschaft ab, weil ihm, zumal bei der Kenntniß des polizei-
lichen Fahrverbots, möglich gewesen sei, die Sache zu coupiren. —
E i s enb. - Zeitung, 1866, S. 630. — In Ansehung des effec-
tiven Verlustes der von der Gesellschaft wegen der bevorstehenden
Fahrt bereits aufgewendeten Kosten ist diese Entscheidung gewiß
richtig; ob auch wegen des lucrum cessans?
3. Ein Erk. des Oberlandesgerichts zu Köthen vom Jahre 1848
verurtheilte die Magdeburg-Köthen-Halle-Leipziger Bahn zur Schad-
loshaltung einer Frau, welche durch Zusammenstoß zweier Züge be-
deutende Körperverletzungen erlitten hatte, namentlich zu Bezahlung
der Curkosten und zu Ersatz des durch Versaumniß in ihrem Geschäft
und Wirthschaft und fernere Arbeitsunfähigkeit verursachten, festzu-
stellenden Schadens. — Koch, Deutschst Eisenbahnen, Art.XVIIId,
S. 179. — '
4. Ein Fuhrmann fuhr, bei nicht vorgezogener Barriere, auf
der Frankfurter Heerstraße bei Braunschweig über die Bahn, wurde
aber von dem daher kommenden Kölner Bahnzuge erwischt und der
Wagen vollständig zertrümmert. Das Obergericht zu Braunschweig
verurtheilte am 10. Januar 1857 die betreffende Bahn, deren Be-
amten es versäumt hatten, die Barriere zu schließen und den Fuhr-
weg zu sperren, zum Ersatz des erlittenen Schadens — Koch, a. a.
O-, Aul. XXXIIIa, S. 354. — Ebenso in einem anderen ähnlichen
Falle das Obertribunal zu Berlin am 24. April 1864 — Be sch or-
ner, a. a. O., S. 281. —
5. Der Gattin eines bei einem Zusammenstoß zweier Züge ge-
tödteten Mannes wurde von dem Gerichte zu Frankfurt a. M. am
16. April 1858 der Beweis aufgegeben, daß ihr Gatte einen jähr-

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