Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 13 (1868))

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Abhandlungen.

— Archiv, III. Bd., S. 247, daß die Rückgriffsklage nicht ohne
Weiteres deshalb zurückzuweisen sei, weil das Gut abgeliefert worden;
der in Anspruch genommene Vormann werde sich vielmehr, wenn die
Forderung an sich bestritten wird, nicht entbrechen können, dasselbe
einzeln nachzuweisen, und die zum Pfandrechte Grund gebende For-
derung darzuthun; und insoweit ihm dieß, hinsichtlich der im Art. 409,
1. Abs. gedachten Forderungen, gelingt, greife Art. 412 Platz; der
letzte Frachtführer könne sich deswegen nur an den Empfänger des
Gutes halten; darüber hinaus könne dagegen die gezahlte Nachnahme
nicht condicirt werden. Fast etwas anders klingen die Erkenntnisse des
See- und Handelsgerichts zu Stettin und des dortigen Appellations-
gerichts vom 26. Novbr. 1862 u. 9.Mai 1863 — Archiv, II. Bd.,
S. 195—, nach welchen der Spediteur und der Frachtführer durch Ab-
lieferung der Güter, ohne Wahrung des Pfandrechts (also unbedingt)
den Regreß gegen seine Vormänner.verliere. — Ein Erk. des Ober-
tribunals zu Berlin vom 27. Febr. 1866 — Archiv, II. Bd.,
S. 307 — sagt endlich: Der Umstand, daß Kläger (Schiffer) bei
Ablieferung des Frachtgutes ohne Bezahlung des Frachtlohns und
seiner Auslagen sein ihm gesetzlich zustehendes Pfandrecht an der
Ladung nicht geltend macht — Art. 409 — schließe seinen Anspruch
an die im Frachtbrief bezeichneten Empfänger nicht aus. — Als
„Empfänger" im Gegensatz zum Absender und die sonst regreß-
pflichtigen Vormänner überhaupt — bezeichnet ein Erk. des Com-
merz- und Admiral.-Collegiums zu Danzig am 29. Juli 1864 —
Archiv,V. Bd., S.289 verb. mit IV.Bd., S.472 — nur denjenigen,
der als solcher im Connaissement bez. Ladescheine selbst oder in den
Indossamenten angegeben, oder am Bestimmungsorte durch die Ladungs-
papiere sich zum Empfang des Gutes legitimiren könne und legitimire,
und der, auf Grund dessen, die Ladung überliefert erhält. — Der in
Art. 413 flg.
besprochene „Ladeschein" wird bei Eisenbahn-Transporten nicht leicht
Vorkommen; indeß sei hier doch, möglicher Analogie halber, erwähnt,
daß das zuletzt angezogene Erkenntniß — Archiv, IV. Bd., S. 475
— annimmt, daß der Ladeschein in der Art untheilbar sei, daß der
Verfrachter die Vollfracht nachträglich nicht in Rückfracht umwandeln
dürfe. Der Frachtführer schließe den Frachtvertrag unter der Vor-

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